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ArdaghGlass: Betriebsrat stellt Sozialplan und Interessenausgleich vor / Zehn Mitarbeiter verlieren Job

"Wir haben unsere Ziele zu 100 Prozent erreicht"

Obernkirchen (rnk). Ein mehr als zufriedenstellendes Fazit haben gestern Stephan Seiffert als ArdaghGlass-Betriebsratsvorsitzender und sein Stellvertreter Heinz Bruns gezogen. In den Verhandlungen mit der Mutterfirmaüber den Sozialplan und den Interessensausgleich der Verwaltungsmitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz in Obernkirchen verlieren, "haben wir unsere Ziele zu 100 Prozent erreicht". Gestern wurde der Vertrag unterschrieben und wurden die Mitarbeiter über die Inhalte informiert.

Zufrieden: ArdaghGlass-Betriebsratsvorsitzender Stephan Seiffert

Der Fahrplan: Die gesamte 45-köpfige Verwaltung von ArdaghGlass erhält zum 1. Februar 2008 einen neuen Arbeitsplatz im Werk Nienburg. Dort arbeiten in der Verwaltung 130 Mitarbeiter. 55 Arbeitsplätze der dann insgesamt 175 Mitarbeiter werden danach aber abgebaut. Weil einige Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, Arbeitsplätzenicht mehr neu besetzt werden oder die Mitarbeiter in andere Bereiche wechseln, bleiben noch 24 Mitarbeiter übrig, die eine betriebsbedingte Kündigung erhalten werden. Diese werden verteilt: Nach heutigem Stand rund zehn Mitarbeiter, die aus Obernkirchen gewechselt haben, müssen gehen, ebenso rund 14 Mitarbeiter, die bisher in Nienburg arbeiten. "Arbeit, Zeit und Nerven" hätten die wochenlangen Verhandlungen gekostet, erklärten Seiffert und Bruns gestern, wobei die Verhandlungen mit der Firmenleitung und auch mit dem Betriebsrat Nienburg gut verlaufen seien: "Es gab auf keiner Seite Tricks und Spielereien", betonten die Obernkirchener Betriebsräte. Das schlägt sich wohl auch im zehnseitigen Sozialplan nieder. Die wichtigsten Zahlen: Der Abfindungsbetrag errechnet sich nach der Betriebszugehörigkeit mal Monatseinkommen mal dem Faktor 1,0. Und: Firmen-Mitglieder, die seit dem 22. Juni ausgeschieden sind und einen neuen Arbeitsplatz haben, erhalten eine Abfindung mit dem Faktor 0,75. Die maximale Höhe der Abfindungen beträgt 165 000 Euro brutto. Seiffert und Bruns sprachen gestern mit Blick auf diesen Passus von einer "Hausnummer." Dazu gibt es für Mitarbeiter, die nicht nach Nienburg gehen werden oder in Nienburg gekündigt werden, die Möglichkeit, ab dem 1. März nächsten Jahres in eine so genannten Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln, wo sie für maximal zwölf Monate 100 Prozent ihres Nettogehaltes erhalten werden, de facto, so Seiffert, bedeute dies eine Verlängerung der Kündigungsfrist mit vollem Geld bei Beibehaltung des vollen Abfindungsanspruches. Eingerichtet wird auch ein Härtefallfonds, der bis zum 31. Dezember 2009 läuft und der mit 200 000 Euro ausgestattet wird. Er wird denjenigen Mitarbeitern helfen, die aufgrund der Betriebskündigung in Not kommen, sei es durch ALG II oder durch andere Umstände. Sollte er nicht ausgeschöpft werden, so sollen die übrig gebliebenen Mittel unter den Mitarbeitern aufgeteilt werden, die betriebsbedingt gekündigt wurden. Seiffert: "Das Geld fließt nicht zurück an das Unternehmen." Drei Jahre Ausgleich gibt es für alle künftigen Pendler, ebenfalls drei Jahre können Mitarbeiter, die in der Woche in Nienburg wohnen wollen, einen Mietzuschuss für die doppelte Haushaltsführung erhalten. Wer umziehen möchte, kann auf ein "Riesenpaket" (Seiffert und Bruns) zurückgreifen: ArdaghGlass zahlt Maklercourtage, Umzug, Renovierungskosten und ähnliches. Der Betriebsrat, so Seiffert, habe weiterhin in den letzten Wochen 120 Firmen in der näheren Umgebung angeschrieben und um Jobangebote für Verwaltungsmitarbeiter gebeten. Der Rücklauf sei groß gewesen, vor allem Edeka in Minden habe mehrere Angebote unterbreitet. Im Rahmen einer eigens eingerichteten Jobbörse könnten sich die ArdaghGlass-Mitarbeiter, die jetzt nach Nienburg wechseln, dort informieren. Die Verwaltungsmitarbeiter haben einen Monat Zeit, um zu entscheiden, ob sie mit nach Nienburg gehen oder nicht.

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