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Betreiber kann Einspruch einlegen

Windräder: Gericht bietet Vergleich an

Meerbeck (gus). Das Gerichtsverfahren um die Genehmigung von neuen Windrädern bei Meerbeck ist mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Das hat Gemeindedirektor Dieter Müller erklärt. Demnach sind grundsätzlich 99,50 Meter hohe Anlagen erlaubt. Zu klären sind aber noch mehrere Details, bevor gebaut werden darf.

Die Verhandlung sollte klären, ob der Betreiber - die Firma Felix - die gewünschten Windräder in entsprechender Höhe errichten darf. Mehrere Dinge sprachen dagegen: Verteidigungspolitische Aspekte, mögliches Stören einer Radaranlage, Umweltschutzbelange und die Tatsache, dass der Flächennutzungsplan am vorgesehenen Standort nur Bauten erlaubt, die maximal 100 Meter über Meeresniveau ragen. Da das Areal laut Müller 50 Meter über Normal Null liegt, wären also maximal 50 Meter hohe Türme plus Flügellänge der Rotoren möglich gewesen. Jetzt ist entschieden worden, dass die gesamte Anlagen - also inklusive Rotorblätter - 99,50 Meter hoch sein darf. Inhalt des gerichtlichen Vergleichs ist jedoch auch,dass im Baugenehmigungsverfahren andere Belange zu erörtern sind. So zum Beispiel Naturschutzfragen. Umweltschützer klagen darüber, dass Windkrafträder Vögel gefährden. Außerdem ist zu klären, ob die Bauwerke eine militärische Radaranlage stören würden. Da alle Träger öffentlicher Belange im Baugenehmigungsverfahren Einspruchsmöglichkeiten haben, ist das Vorgehen also gewissermaßen eine Standard-Prozedur. Kreispressesprecher Klaus Heimann: "Grundsätzlich ist der Standort, um den es geht, geeignet für Windkraftanlagen." Was jetzt folge, sei ein verwaltungsrechtliches Verfahren, bei dem mehrere Aspekte offen sind. Damit können auch die Aktivisten aus Meerbeck und Umgebung, die gegen das Bauvorhaben protestiert hatten, weiter hoffen, dass aus den Plänen der Firma Felix nichts wird. Hoffen kann aber genauso der mögliche Betreiber des neuen Windkraftparks. Denn Heimann stellt unmissverständlich klar, dass die Gemeinde Meerbeck die Genehmigung der Anlagen nur verhindern kann, wenn "gewichtige bauplanungsrechtliche Gründe" vorliegen. Solche könnten Naturschutzbelange sein - oder eben die besagte Radar-Frage. Auch andere Zweifel, die im Zuge des Genehmigungsverfahrens auftauchen, könnten gegen die Windräder sprechen. Taucht nichts Derartiges auf, sind der Gemeinde die Hände gebunden. Eingedenk des Ergebnisses der zurückliegenden Gerichtsverhandlung sind 99,50 Meter hohe Windräder mit mindestens 500 Metern Abstand zu den nächsten Häusern erlaubt. Gutachten zu möglicher Belästigung durch Lärm und Schattenwurf hatten keine Argumente dagegen geliefert.




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