weather-image
25°

Windräder: Bundeswehr klagt

HAMELN/FLEGESSEN. Die Bundeswehr geht gegen eine Entscheidung der Stadt Hameln an. Drei der sechs Windräder, die sich künftig an der Stadtgrenze zwischen Groß Hilligsfeld und Flegessen drehen sollen, dürften nach Ansicht des Militärs gar nicht erst gebaut werden: Sie stören den Flugverkehr der Heeresflieger.

270_0900_31402_hm101_Dana_0402.jpg
Lars Lindhorst

Autor

Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite

Das war bereits der große Kritikpunkt während der gesamten Planungsphase. Neu daran ist: Die Bundeswehr hat offenbar weitere Schritte vor dem Verwaltungsgericht Hannover eingeleitet.

Das zuständige Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (IUD) äußerte sich gestern auf Anfrage zwar nicht näher und verwies laut einer Sprecherin auf das „schwebende Verfahren“. Die Stadt Hameln jedoch bestätigt, dass das IUD beim Verwaltungsgericht in Hannover „das Ruhen des Verfahrens“ beantragt hat. Dies kann das Gericht in aller Regel anordnen, solange sich Stadt und Bundeswehr nicht einigen können – und beide Parteien dem Ruhen auch zustimmen.

Hintergrund: Kurz vor Weihnachten hatte die Stadt den Bau von sechs Windrädern im sogenannten Windpark Liethberg bei Groß Hilligsfeld genehmigt. Drei davon liegen zwar am Rande, aber immer noch innerhalb des von der Bundeswehr genutzten Nachttiefflugkorridors „Stadtoldendorf“. Daraufhin legte das IUD Widerspruch gegen diese drei Anlagen ein. Laut Stadt fordert die Bundeswehr darin die Aufhebung des Genehmigungsbescheids für die drei betreffenden Windräder.

Auch zwei auf münderschem Gebiet geplante Windkraftanlagen liegen in der Tiefflugzone. Die Stadt Bad Münder überarbeitet derzeit ihre Planung zur Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung.

Die Bundeswehr widerspricht allerdings nicht allein der Genehmigung für den Bau. Auch der Windrad-Investor, die Landwind-Gruppe, lehnt Teile der Genehmigung durch die Stadt ab und hat formal Widerspruch eingelegt. Wie die Sprecherin des Unternehmens, Stefanie Mertz, auf Anfrage mitteilt, handelt es sich dabei allerdings nicht um einen Einwand, weil die Stadt etwa nur sechs der ursprünglich acht von Landwind geplanten Anlagen genehmigt, sondern es dreht sich schlicht ums Geld: Wegen des Landverbrauchs durch den Bau von Windrädern sind Investoren dazu verpflichtet, Ausgleichszahlungen zu leisten. Diese sind der Landwind-Gruppe allerdings zu hoch, wie Mertz sagt. Derzeit ist von Zahlungen in Höhe von insgesamt 560 000 Euro die Rede.

Weitere Landwind-Einwände hat die Stadtverwaltung als „unstattlich“ zurückgewiesen. Hierbei ging es laut einer Stadtsprecherin um Betriebszeitenbeschränkungen zum Schutz von Fledermäusen, Kranichen und des Rotmilans.

Investor Landwind will nichtsdestotrotz den Terminplan einhalten. Im Frühjahr soll schon der Bau der Windräder beginnen. Die ersten Wege für Zufahrten sind laut Unternehmen dieser Tage bereits angelegt worden.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare