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Investor freut sichüber rege Nachfrage / Unfallchirurg zieht ein

Wincklerbad:Ärzte klingeln an

Bad Nenndorf (rwe). Das Interesse von Medizinern an einer Praxis im Wincklerbad ist groß. Das berichtet der Investor Hermann Rohlfs. Seinen ersten neuen Mieter hat er schon seit vier Wochen. Der Stadthäger Unfallchirurg Wolfgang Meyer-Marcotty richtete eine Zweigpraxis ein, öffnet morgens immer für zwei Stunden.

Professor Wolfgang Meyer-Marcotty hat im Wincklerbad eine Zweigp

In Praxisstunden gerechnet hat Bad Nenndorf in den vergangenen Wochen einen Verlust hinnehmen müssen. Zwar hat Professor Wolfgang Meyer-Marcotty eine Filiale mit zehn Sprechstunden wöchtentlich eröffnet, doch zugleich kehrte sein Kollege Werner Muth, ebenfalls Unfallchirurg, der Kurstadt den Rücken und zog samt voller Stundenzahl nach Stadthagen. "Bad Nenndorf bleibt aber nicht ganz ohne chirurgische Versorgung", sagt Meyer-Marcotty. Auch wenn es eher langsam anläuft, geht er davon aus, dass der Bedarf groß genug ist, dass sich seine Zweigpraxis lohnt. Denn seit Anfang 2007 ist es den Medizinern erlaubt, in einem Kassenbezirk zu ihrer Praxis auch noch einen Ableger zu eröffnen - allerdings nur mit den erwähnten zehn Wochenstunden. "Das dürfte der Gesetzgeber bald ändern", glaubt Meyer-Marcotty, der mit Blick auf Schulunfälle die eingeschränkten Zeiten in seinem Fachgebiet nicht für praktikabel hält. Er ist morgens von 8.30 bis 10.30 Uhr im Wincklerbad, dann fährt er nach Stadthagen, dort behandelt er ab 11 Uhr seine Patienten und bietet schwerpunktmäßig ambulante Chirurgie und Durchgangsarztverfahren an. Meyer-Marcotty setzt außerdem auf den Synergie-Effekt. Denn er nutzt die Röntgenanlage des ebenfalls im Wincklerbad ansässigen Orthopäden Franz Neuendorf, spart so den Kauf eines mindestens 30 000 Euro teuren Gerätes. Da sich mit dem Neurologen Rainer Rupprecht bereits ein dritter Mediziner in dem Komplex befindet, spricht Meyer-Marcotty von einer "Keimzelle" für ein Ärztehaus, das Investor Hermann Rohlfs aus Uslar an der Bahnhofstraße plant. Nach dessen Worten könnte sich das Wincklerbad in kurzer Zeit zu einer "Erfolgsgeschichte" entwickeln. Das Interesse ist groß", sagt Rohlfs. Viele Mediziner klingeln bei ihm an. Auch wenn noch keine Verträge geschlossen seien, es gebe weitgehende Gespräche. "Wir nähern uns fast der Vollbelegung." Sollten alle unterschreiben, hätte er die 1000 Quadratmetern in beiden Flügel in der Poststraße und der Bahnhofstraße an Ärzte vermietet. "Und zwar oben und unten", sagt Rohlfs. Für die Praxisgemeinschaft habe er bereits drei Fachärzte, die dort eine Zweigstelle eröffnen möchten. Da fehle ihm nur noch eine. Hinzu kommen drei "Vollzeitpraxen". Entsprechend der Nachfrage will der ausgebildete Apotheker nun den Umbau voran bringen. Die großenteils denkmalgeschützten Gebäude seien ausgemessen, die Bauvoranfrage habe er gestellt. Noch in diesem Jahr will Rohlfs "intensiv" mit den Arbeiten im Wincklerbad beginnen. Spätestens im Frühjahr 2008 soll das Gesundheitszentrum fertig sein. Der 65-jährige Meyer-Marcotty hätte dann bereits etwa die Hälfte seiner Zeit in der Kurstadt hinter sich. Nur noch gut zwei Jahre will er als Mediziner im Berufsleben stehen und einem Nachfolger dann die Praxis in Stadthagen übergeben - samt einer gut laufenden Filiale in Bad Nenndorf.

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