weather-image
Wie Eva Karina und Heinrich Dreyer versuchen, die Wirtschaftsvereinigung am Leben zu erhalten

Wiederaufbau als Familiensache

Bad Münder. Hinter den Kulissen der Wirtschaftsvereinigung setzt der kommissarische Vorstand derzeit alle Hebel in Bewegung, um den Verein wieder auf Kurs zu bringen. Dabei geht es vor allem darum, einen Teil jener Mitglieder zurück ins Boot zu holen, die in den vergangenen Monaten und Jahren enttäuscht von Bord gegangen waren.

270_008_6767537_bm_wv_sitzung_wg_wirtschaftsfenster_rohm.jpg

Autor:

marc Fügmann

Es gibt derzeit kaum einen Tag, an dem Eva Karina Dreyer und Heinrich Dreyer nicht mindestens ein Gespräch mit Dritten über die Zukunft der Wirtschaftsvereinigung führen. Die zweite Vorsitzende, die nach dem Rücktritt von Petra Witte die Geschäfte führt, und ihr als Schatzmeister fungierender Vater wollen „verloren gegangenes Vertrauen“ zurückgewinnen, wie sie sagen. Ihr Blick fällt dabei insbesondere auf jene Interessengruppen, die sich zwischenzeitlich parallel zur Wirtschaftsvereinigung (WV) gebildet haben.

Da sind zum einen acht gestandene Kaufleute, die erfolgreich unter der Flagge „Einkaufen in Bad Münder“ eigene Wege gehen, aber auch ein Zirkel von Geschäftsleuten um den früheren WV-Chef Peter Nehmann. Vater und Tochter Dreyer zeigen sich zuversichtlich, dass es gelingt, sie wieder in die Arbeit des Vereins einzubinden. Die Signale seien jedenfalls positiv.

„Es darf keine Alleingänge geben“, warnt Eva Karina Dreyer. „Wir brauchen einen breiten Austausch, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, die die Wirtschaftsvereinigung und Bad Münder voranbringen.“

270_008_6767538_heinrich_dreyer_8_.jpg
  • Heinrich Dreyer

Auch mit Vertretern der örtlichen Industrie wollen die zweite Vorsitzende und der Schatzmeister sehr kurzfristig ins Gespräch kommen. Da ist die Angst, dass die großen Beitragszahler abspringen, weil sie ihre Interessen von der WV nicht mehr ausreichend vertreten sehen (wir berichteten).

Gedanken gemacht hat sich der Restvorstand – von den insgesamt zehn Posten sind derzeit überhaupt nur noch die genannten beiden besetzt – auch über die künftige Führungsstruktur. Ein von Eva Karina Dreyer und ihrem Vater ausgearbeitetes Konzept sieht künftig drei gleichberechtigte Vorsitzende als „Kollektivvorstand“ vor, die sich die Arbeit untereinander aufteilen. Das trage auch der Vielfalt innerhalb der Mitglieder Rechnung.

„Es geht nicht länger, dass alles nur auf eine Person zuläuft“, sagt Heinrich Dreyer, „wir müssen mehr Leute in Verantwortung bringen.“ Verschiedene Sondierungsgespräche dienten derzeit dem Ausloten, wer zur Übernahme eines Amts bereit ist. Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14. Februar sollen für mindestens ein halbes Dutzend Posten Kandidaten gefunden sein.

Hinsichtlich der WV-Veranstaltungen gilt in Zukunft die Devise: Weniger ist mehr. Auch an der Qualität soll gefeilt werden, um die Attraktivität zu erhöhen. „Beim Bauernmarkt wollen wir stärker auf regionale Produzenten setzen“, kündigt Heinrich Dreyer an. Und man suche Alleinstellungsmerkmale. Denkbar sei etwa eine Neuauflage des Söltjerfests.

Ob es nach zwei gescheiterten Versuchen einen neuen Anlauf für eine Wirtschaftsschau geben wird – hier will sich der Schatzmeister nicht festlegen. Er selbst favorisiere ohnehin eine alle zwei Jahre stattfindende, gemeinsame Regionalschau mit der Stadt Springe. Für Dreyer gibt es künftig nur noch eineMarschroute: „Nicht kleckern, sondern klotzen.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt