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Wie steht es um die Nachtabschaltung in Bad Münder?

BAD MÜNDER. Wie macht das eigentlich der Nachbar? Diese Frage hilft oft bei Problemen, bei Ideenmangel in Rathäusern und Räten. Denn die Chance, das eine andere Stadt oder Gemeinde ähnliche Herausforderungen bereits gemeistert hat, ist gut.

Söltjerbrunnen und Rathaus im Laternenschein: Nach dem Willen der Stadt bleibt die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in Bad Münder bestehen.Foto: DIttrich
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Und wenn man dort Inspiration finden kann – um so besser. Manch eine Kommune hat in diesen Tagen nach Springe geschaut, wo Stadt und Politik die umstrittene Nachtabschaltung wieder abschaffen wollen. In Bad Münder schüttelt man dagegen erst mal mit dem Kopf.

Er sehe aus Sicht der Stadt keinen Bedarf, auf die Nachtabschaltung zu verzichten, sagt Mitarbeiter Carsten Reiss. Auch aus der Politik habe er zuletzt keine Signale mehr in diese Richtung wahrgenommen. Die Kritik von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Bürgern scheint weitgehend verstummt. „Ein paar Anfragen gibt es immer mal“, sagt Reiss. Aber nichts außergewöhnlich dringliches.

Schon in den 1990er-Jahren hatten die Verantwortlichen über eine Art Nachtabschaltung diskutiert: Damals sollte jede zweite Laterne erlöschen. Doch das Konzept wurde nie umgesetzt, auch weil es technisch zu aufwendig war.

Und so gibt es in Bad Münder seit 2003 die klassische Nachtabschaltung – ganz ohne Laternenschein. 2006 besserte man noch mal nach – seitdem brennen zumindest in den Wochenendnächten die Lampen durch, ansonsten ist es von 0 bis 4.30 Uhr duster. Nicht nur damit spart man im Rathaus: Seit die Stadt vor drei Jahren einen neuen Beleuchtungsvertrag mit Versorger Avacon abschloss, hat das Unternehmen nach und nach fast die komplette Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet. Bis zu 70 Prozent der Energiekosten habe man seitdem eingespart, hunderttausende Kilowattstunden, erklärt Reiss.

Wäre doch eigentlich eine gute Chance, einen Teil der Einsparungen zu investieren, um die Laternen wieder durchbrennen zu lassen, oder? Das sieht Reiss anders: Angesichts der städtischen Finanzlage sei die Einsparung durch die Nachtabschaltung ebenfalls nicht zu unterschätzen: Sie sei zwar in der Höhe der Summe durch die gesamte Einsparung nach den Umbauten zurückgegangen. Trotzdem lasse man die Laternen immer noch zu etwa einem Drittel der sonst eingeplanten Leuchtzeit aus – „das ist schon ein Unterschied“. Mit absoluten Zahlen tut sich Reiss schwer: Diese seien durch steigende Energiepreise Schwankungen unterworfen.

In Springe soll das stundenweise Dimmen der Beleuchtung entscheidende Einsparvorteile bringen – nach zehn Jahren, hat man dort ausgerechnet, sei die Variante ohne Abschaltung dann die günstigste. Laut Reiss sei auch in Bad Münder „alles mögliche geprüft“ worden: „Aber das Dimmen oder auch die teilweise Anschaltung der Beleuchtung bringt verkehrstechnische Nachteile.“

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