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Die Wilde Möhre

Wie gestickt

Als Gartenpflanze ist die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) nicht beliebt; sie gilt als Unkraut. Aber sie beweist, dass auch ein Unkraut hübsch aussehen kann.

Kaum zu erkennen, aber: Die schwarzrot gefärbte sogenannte „Mohrenblüte“ (auch „Scheininsekt“ genannt) lockt potenzielle Bestäuber an. Foto: sas

Ihre Blütendolden sehen aus wie schönste Stickereien! Sie leuchten in der Abenddämmerung und am Morgen. Die Wilde Möhre hat ihren Namen nicht von ungefähr, denn in der Tat ist sie eine Verwandte unserer bekannten Speisemöhre, sie ist ein Elternteil. Der Doldenblütler hat allerdings keine orangefarbene bis gelbe Speicherwurzel, sondern eine helle, fast bleiche Wurzel, die aber auch essbar ist. Und die Blüte? Die ist nicht genießbar, wohl aber hat sie eine Eigenschaft, die in Zeiten schwächer werdender Bestäubervorkommen unersetzlich scheint: Sie ist Hauptpollenspender für Sandbienen. Die gefiederten Laubblätter wiederum sind neben den Blättern der Kulturformen der Möhre die wichtigste natürlich vorkommende Nahrungsquelle für die Raupe des Schwalbenschwanzes, also einem Schmetterling, dessen Fortbestand bedroht ist. Wer mag in Bezug auf die Wilde Möhre jetzt noch von „Unkraut“ sprechen? sas

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