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Mit dem neuen RS3 Sportback hängt Audi von der Leistung her die Konkurrenz ab

Wie ein wilder Hund

Autor:

Adele Moser

Vallelunga. Nein, diesen Klang vergessen Liebhaber schneller Sportler nicht. Ein kehliges Röcheln aus zwei Auspuffrohren, produziert aus einem Fünfzylinder: Der RS3 Sportback ist der Kleinste aus dem RS-Portfolio und das Prunkstück der 3er-Reihe. In ihm steckt der stärkste Fünfzylinder, den Audi je in einem RS verbaut hat. Das Aggregat schöpft aus 2,5 Liter Hubraum 270 kW/367 PS. Damit setzt er einen neuen Bestwert im Segment der Kompaktsportler, dem sich auch der Mercedes A45 AMG (265 kW/360 PS) geschlagen geben muss. Seat Leon Cupra (206 kW/230 PS), VW Golf R (221 kW/300 PS) oder auch die bald erscheinende Neuauflage des Ford Focus RS (235 kW/320 PS) würden dem Ingolstädter im Autoquartett in Sachen Leistung ebenfalls unterliegen.

Starke Fünfzylinder haben bereits Tradition unter den vier Ringen. Nicht nur das erste RS-Modell – der RS2 von 1994 – hatte einen solchen Motor. Bereits in den Achtzigerjahren trieben sie Rallyeautos, Tourenwagen und Serienmodelle an. Sein Comeback gab der Fünfzylinder 2009 im Audi TT RS, 2011 trieb er den ersten RS3 Sportback an. In den RS Q3 zog er 2013 ein.

Startet man den neuen Motor, macht er sich sofort mit hungrigem Grollen bemerkbar. Tritt man aufs Gas, zieht der Audi kräftig nach vorne und drückt alle Insassen in die gesteppten Sitze. Seine Potenz ist auch im unteren Drehzahlenbereich gut spürbar. Ohne Gedenksekunden und ohne Mühe gibt es für den ausschließlich als Sportback erhältlichen RS3 nur eine Richtung. Wie ein wilder Hund drängt er sich vor. Anders als unerzogene Tiere lässt sich der Kompakte allerdings gut beherrschen und reagiert auf Befehle, die im Fall einer gewünschten Richtungsänderung von dem halb mit Alcantara bezogenen Sportlenkrad stammen.

Die Kraft des Fünfzylinders leitet immer eine Sieben-Gang-Automatik an alle vier Räder, sie kann optional auch über Schaltpaddels am Lenkrad manuell bedient werden. Zur Zähmung hat der RS3 eine überzeugende Bremsanlage. Schon bei sanften Berührungen beißt sie zu. Auf Wunsch und für einige Euros mehr sind die Bremsscheiben auch aus Kohlefaserkeramik bestellbar. So fühlt der Fahrer sich wie Superman – superstark und mit voller Kontrolle.

Was hinter ihm passiert, interessiert ihn nicht. Nach 4,3 Sekunden ist mit Krawall Tempo 100 erreicht. Bei der Höchstgeschwindigkeit will er sich auch nicht von der Konkurrenz einholen lassen: Serienmäßig ist bei 250 km/h Schluss, wer jedoch neben dem Kaufpreis weitere 1500 Euro auf den Tisch legt, lässt die Elektronik erst bei Tempo 280 eingreifen. Den vom Hersteller angegebenen Normverbrauch von 8,1 Litern konnten wir nicht erreichen. Selbstverständlich hatte der Sportler bei einem kräftezehrenden Auftritt mehr Durst – rund 13 Liter wollte er haben.

Rund 55 Kilogramm hat der Sportback im Vergleich zu seinem Vorgänger abgespeckt und wiegt nun 1520 Kilogramm. Seine Muskeln versteckt der kleine Kraftmeier unter einer eher verhaltenen Karosserie: Etwas vergrößerte seitliche Lufteinlässe, breitere Backen, Seitenschweller, eine zweiflutige Abgasanlage am Heck und natürlich die RS-typischen Spiegelgehäuse sowie die Aluminiumoptik unterscheiden den Boliden von seinen Brüdern. Innen gibt es rote Akzente – beispielsweise am Gurt und Dekorelemente in Wagenfarbe. Sportsitze und Bezüge aus Alcantara sind Serie, zur Wahl stehen auch sieben Kilogramm leichtere Schalensitze.

Beim Preis wird es gewohnt exklusiv.Mindestens 52 700 Euro müssen für den RS3 Sportback überwiesen werden, wenn er ab Juni in den Handel kommt. Die Aufpreisliste lässt natürlich Platz nach oben. Viel Geld für ein Auto, das sportliche Ambitionen mit Familientauglichkeit verbinden will. Wer aber auf fünf Richtige setzt, wird sich den Spaß auch etwas kosten lassen.




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