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Steinangeranwohner stellen Positionspapier vor: "Wohnen am Wasser" besser als "Wohnen am Park"

WGS: Rat soll einer Bürgerbefragung zustimmen

Rinteln (wm). Die WGS will die Frage der Steinanger-Bebauung durch eine Bürgerbefragung klären lassen. WGS-Ratsmitglied Gert Armin Neuhäuser hat am Donnerstag dazu einen Antrag und einen dreiseitigen Satzungsentwurf an die Verwaltung eingereicht.

Neuhäuser: Durch die Bürgerbefragung, die in der Gemeindeordnung aus ausdrücklich vorgesehen ist, könnte Klarheit über den Willen der Rintelner zu einer Steinanger-Bebauung geschaffen werden. Sein Vorschlag: Bürger könnten eine Woche lang im Bürgerbüro im Rathaus abstimmen, so entständen auchkeine großen Kosten wie beispielsweise bei einer Briefwahl entstehen würden. Neuhäuser ist sich sicher, dass der WGS-Antrag auf die Durchführung einer Bürgerbefragung im Rat am 1. Februar eine Mehrheit finden wird. Denn er gehe selbstverständlich von einer Unterstützung durch die Grünen aus: "Die Grünen fordern auf allen politischen Ebenen mehr direkte Demokratie, mehr Bürgerbeteiligung, konkret mehr Bürgerbescheide. Ich gehe deshalb davon aus, dass eine Bürgerbefragung auch ganz im Sinne der Grünen im Rintelner Rat ist." Als Sprecher der Steinanger-Anwohner haben jetzt Dr. Jürgen Petzold, Walter Böger und Stephan Weichert ein Positionspapier vorgestellt, in dem nicht nur Eckpunkte für den Fall einer Bebauung notiert worden sind, sondern auch eine Prioritätenliste erstellt wurde, in der festgelegt worden ist, welche Punkte den Anwohnern wichtig sind. Abgelehnt wird von den Anwohnern das Modell "Wohnen am Park": Reihenhäuser seien im Bereich des Steinangers nicht akzeptabel, negativ sehen die Anwohner auch das Konzept, das eine Kombination von großen Wohnblocks plus kleinen Häuser vorsieht. Die große Befürchtung aller Anwohner sei, formulierten Petzold, Böger und Weichert, dass am Steinanger ein neues Getto entstehen könnte, sozialer Wohnungsbau mit dreigeschossiger und verdichteter Bauweise, der nur Probleme bringe. Da gebe es zu viele negative Beispiele - auch in Rinteln. "Wohnen am Wasser" scheint dagegen die attraktive Lösung zu sein, betonen die Anwohner in ihrem Positionspapier, ein Modell, das dem Steinanger ein "modernes und zukunftsweisenden Bild" geben würde. Im Falle einer Bebauung sei vermutlich auch eine Sanierung der Straßen "Auf der Kunterschaft", "Steinanger" wie "Die Drift" fällig. Die Anwohner wären aber nicht bereit, dann Anliegerbeiträgen zu zahlen. Weitere Punkte: Durch ein Gutachten soll geklärt werden, ob sich Hochwasser- wie Grundwasserspiegel durch eine Bebauung zum Nachteil der Anwohner ändern. Einige Anliegern wollen sich Regressansprüche vorbehalten. Grundsätzlich jedoch, so die Autoren des Positionspapiers, wollten sich die Anwohner über ihre Sprecher "konstruktiv" an der Gestaltung des Steinangers beteiligen. In die Diskussion eingeschaltet hat sich auch der Arbeitskreis für Denkmalschutz. Deren Sprecher, Werner Zimmermann. hat Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz eine Stellungnahme überreicht. Die Denkmalschützer fürchten vor allem, durch eine Steinanger-Bebauung werde die Rintelner Innenstadt abgewertet. Schon jetzt, so Zimmermann, seien hier die Leerstände bei Wohnungen überdurchschnittlich hoch. Die Attraktivität Rintelns wiederum als Einkaufsstadt wie Ausflugsziel für Touristen stehe und falle unbestritten mit dem Erhalt der historischen Altstadt. Statt Neubausiedlungen sollte man besser den Altbaubestand im Stadtkern pflegen. Denn in der Kernstadt sei mit Blick auf Bausünden wie Bauschäden im Grunde schon "ein zweites Sanierungsprogramm" fällig. Zimmermann weist hier auf die guten Erfahrungen im Osten und das Förderprogramm "Städtebau und Denkmalschutz" hin. Dieses Programm werde nach seinem Kenntnisstand im Jahr 2008 erweitert: "Eine Chance für Rinteln, hier rechtzeitig den Fuß in die Tür zu bekommen."



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