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Finanzierung nicht ausöffentlichen Mitteln / Vereinsgründung geplant / Noch technische Hürden zu überwinden

"Weserstrahl" soll im nächsten Jahr realisiert werden

Rinteln (ur). Angesichts der unterschwelligen Diskussionen an diesen oder jenen Wirtshaustresenüber das weser-überbrückende Wasser-Kunstprojekt "Strahl" war Eg Witt als Inspirator dieser Idee in die Offensive gegangen und hatte zu einem öffentlichen Disput darüber geladen, "wie verrückt" das Vorhaben denn nun wirklich sei - was es für Rinteln bringen könne und wie es realisiert werden soll: "Wir wollen hier ja keine feudale Planscherei, sondern einen Prozess, in den sich mündige Bürger einbringen können."

So könnte der Strahl aussehen. Montage: Fotostudio Brockhaus

Angenommen hatten gestern diese Herausforderung im Zelt des Biergartens an der Weser aber nur die "üblichen Verdächtigen" aus der Rintelner Kulturszene, die sich eh schon auf den Gedankenaustausch eingelassen - darunter auch die Persönlichkeiten um Wolfgang Stoff und Dr. Jürgen Petzold, die eh schon wild entschlossen sind, das Vorhaben über die Struktur eines Vereins mit dem bekennenden Namen "Strahl" zu unterstützen, der bereits im kommenden Monat gegründet werden soll. "Erforderlich ist eine solche Institution, weil wir uns da auf eine Sache von bislang unbekannten Dimensionen einlassen", warnte Witt seine Mitstreiter vorsorglich vor. Dimensionen, die zum Teil noch über das hinausgehen, was Christo mit seinen Verhüllungsinstallationen geleistet hat. "Eigentlich ist die künstlerische Arbeit getan - jetzt müssen Ingenieure ran", hieß es dazu in der Diskussion. Und je konkreter die Sache diskutiert wird, desto mehr Fragen drängen sich auf: "Wie können 5000 Liter Wasser ohne Vernebelung so über den Strom geschickt werden, dass auf der anderen Seite rund 15 Tonnen Last auf einer Fläche von 15 mal 10 Metern aufschlagen können, ohne das Ufer zu gefährden?" ist nur eine der Herausforderungen - die übrigens durch mehrlagige Findlingskiesel und strapazierfähige Teichfolie gelöst wird. "Technisch ganz sicher lösbar", wie das Frankfurter Unternehmen für Feuerwehrtechnik versichert hat, das sich in der Realisierung engagiert. Dass die "Skulptur auf Zeit" aus Wasser die gewünschte Anziehungskraft entfalten wird, darüber sind sich die Beteiligten einig: "Wenn man sieht, wie an den Niagarafällen oder bei den Fontänen auf der Alster in Hamburg die Passagiere der Boote geradezu darauf drängen, so nah wie möglich an die Wasserskulpturen zu kommen, dann weiß man, wie stark im Menschen die Sehnsucht nach dem Urstoff Wasser verankert ist, aus dem er ja selber stammt und zum Großteil besteht." Noch in der kommenden Woche will Christoph Ehleben eine Bauvoranfrage stellen und Dr.-Ing. Jürgen Petzold äußerte sich zum Zeitplan optimistisch: "Im nächsten Jahr wird der Brückenschlag erfolgen - mit Wasser aus der Weser über die Weser!" Zur Propagierung werden Poster mit den Entwurfsskizzen vertrieben werden und selbst im Modehaus Beckmann werden demnächst T-Shirts mit dem Signet des "Strahl-Projekts" zu erwerben sein. Witt beschwor noch einmal eindringlich die Chancen dieses ungewöhnlichen Vorhabens: "Alle Energien können in die Umsetzung fließen, da die Finanzierung weitgehend gesichert ist." Übrigens nicht aus öffentlichen Mitteln, wie man all' denen schon mal vorhalten sollte, die die Kosten der Verwirklichung einer solchen Vision schon wieder in Kindergarten-Spielzeug, Bänke oder Buchsbäume für Friedhofsalleen umrechnen.



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