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Antworten auf die Frage: "Was ist lutherisch?"

"Werüber Gott redet, der redet über sich"

Bückeburg (jp). Was ist lutherisch? Im Rahmen eines gut besuchten Vortragsabends im Evangelischen Gemeindehaus an der Petzer Straße hat der Berliner Theologe Professor Notger Slenczka zu dieser Frage Stellung genommen.

Notger Slenczka

"Was ist lutherisch?" Diese Frage wandelte Professor Notger Slenczka zu Beginn seines Vortrags um in die Fragestellung "Bin ichüberhaupt lutherisch?". Seine Analyse, was lutherisch nicht sei: Lutherisch zu sein bedeute nicht allein, einer bestimmten Kirche anzugehören, von einer bestimmten Lehrmeinung überzeugt zu sein oder sein Leben nach bestimmten ethischen Normen auszurichten. "Der Mensch gilt vor Gott nicht als gerecht, weil er eine bestimmte Überzeugung für wahr hält. Der Glauben ist bei Luther etwas anderes als das Vertreten von Lehren." Die Antwort darauf, was lutherisch wirklich sei, gebe beispielsweise der kleine Katechismus des großen Reformators Luther. "Wer über Gott und den Glauben redet, der redet viel mehr darüber, was das für ihn persönlich bedeutet, also über sich." Nach Luther sei die Rede von Gott zugleich die Rede über ein bestimmtes Selbstverständnis des Menschen vor Gott und in der Schöpfung. Der Abend eröffnete die Vortragsreihe "Evangelisch aus welchem Grund?" Zu dieser Fragestellung werden in den kommenden Wochen weitere profilierte Vortragsgäste bei der Stadtkirchengemeinde Bückeburg referieren, darunter Landtagspräsident Jürgen Gansäuer oder der katholische Hildesheimer Bischof Norbert Trelle. Veranstalter der Vortragsreihe ist neben der Stadtkirchengemeinde das Evangelische Forum, eine Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung innerhalb der Schaumburg-Lippischen Landeskirche. Begrüßt wurden die Zuhörer im Gemeindehaus von Pastor Dr. Wieland Kastning. Musikalisch umrahmt wurde der Vortragsabend vom Posaunenchor der Stadtkirchengemeinde, geleitet von Kantor Siebelt Meier.

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