weather-image
12°

Werden die Krippen teurer?

BAD MÜNDER. Finanzielle Umbrüche stehen bei der Kinderbetreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont bevor:

Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
lindermann

Autor

Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Ab 2019 soll deutlich mehr Geld in die Finanzierung von Kindertageseinrichtungen fließen. In Bad Münder müssen allerdings voraussichtlich gleichzeitig die Krippengebühren angepasst werden.

Zurück auf Anfang: Die Kommunen nehmen die Aufgabe der Kinderbetreuung stellvertretend für den Landkreis wahr. Dieser wiederum zahlt dafür an die Städte und Gemeinden – allerdings nicht in voller Höhe. Zu Beginn des Jahres hätten die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis der Kreisverwaltung ein Positionspapier zur Verfügung gestellt, das sich mit der Finanzierung der Kinderbetreuung beschäftige, sagt Bad Münders Bürgermeister Hartmut Büttner. Mit dem Finanzierungskompromiss, den die Verwaltung nun jüngst vorstellte, zeige sich, dass sich „der Landkreis mit der Position der Bürgermeister auseinandergesetzt und sich sehr darauf zubewegt“ habe, freut sich Büttner.

Der Landkreis erklärt darin, dass ab 2019 deutlich mehr Geld aus dem Kreishaushalt in die Finanzierung von Kindertageseinrichtungen, Jugendarbeit und nachschulischer Betreuung fließen sollen. 2018 hat der Landkreis nach eigenen Angaben über 5,2 Millionen Euro an die kreisangehörigen Kommunen gezahlt, im kommenden Jahr würden diese nach dem aktuellen Vorschlag knapp 7,2 Millionen Euro erhalten. Hinzu kämen Ausgaben von 1,2 Millionen Euro für die Kindertagespflege. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Büttner.

Aus Sicht von Landrat Tjark Bartels habe „eine dauerhafte und faire Ausgleichsmethode“ für die gestiegenen Belastungen gefunden werden müssen und deshalb „entsprechen wir im Wesentlichen dem jüngsten Forderungspapier der Gemeinden, die sich ihrerseits um praktikable Lösungen bemüht haben“, so der Landrat. Der jetzt ausgehandelte Betrag solle sich zudem 2022 analog zur Entwicklung der Personalkosten erhöhen.

Die Kreisumlage, also das Geld, das die Kommunen an den Landkreis zahlen, damit dieser die gemeinschaftlichen Aufgaben finanzieren kann, würde dadurch nicht erhöht werden. Davon gehen der Landrat und der Erste Kreisrat Carsten Vetter aus. Doch: Eine Kreisumlageanpassung könne nicht per se für die kommenden Jahre ausgeschlossen werden.

Auch der Sprecher der SPD-geführten Mehrheitsgruppe im Kreistag, Ulrich Watermann, findet das vorgestellte Ergebnis „sehr gut“. Es sehe jetzt so aus, als könne man sich auf eine Linie verständigen, die für alle akzeptabel sei. „Die Forderungen der Kommunen sind zu 90 Prozent erfüllt“, meint Watermann.

Formal müssen dem Finanzierungskompromiss nun noch die politischen Gremien sowohl beim Landkreis als auch bei den Städten und Gemeinden zustimmen. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Hans-Ulrich Siegmund, will das Thema zunächst in den Fraktionen besprechen lassen – „es gibt sicherlich den einen oder anderen Beratungs- und auch noch Änderungsbedarf“.

„Es gibt Fragen, die noch geklärt werden müssen“, meint auch Büttner. „Es ist zu erwarten, dass die Städte und Gemeinden immer noch einen hohen Anteil zahlen müssen.“ Er persönlich verfolge das Ziel einer Einigung, da bestehende Kooperationsvereinbarungen und bewährte Strukturen weitergeführt werden sollten.

Weniger optimistisch blickt Büttner auf das Vorhaben des Landes Niedersachsen, Eltern ab August von den Kindergartenbeiträgen zu befreien. „Es gibt die große Unbekannte, wie umfänglich unsere Angebote dann in Anspruch genommen werden“, sagt Büttner. Mehr Plätze würden zu mehr benötigtem Personal und folglich auch zu mehr Betriebskosten führen. Die Finanzierung für Bad Münder sei hier nicht auskömmlich, sodass es zu einer Unterdeckung kommen könnte.

Noch problematischer sieht es bei der Finanzierung der Krippen aus. „Hier gibt es keine Übernahme durch das Land“, sagt Büttner. Daher soll in Bad Münder demnächst wieder die Diskussion über angemessene Kostendeckungsbeiträge in das politische Verfahren eingebracht werden. „Eine Gebührenanpassung zum 1. August zeichnet sich ab“, sagt der Bürgermeister.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt