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Wer hat Hinweise zu „Helmut“?

Bad Münder. Vor knapp drei Monaten wurde der Familienvater Uwe H. in den Abendstunden an einem kleinen Verbindungsweg zwischen Friedrich-Ebert-Allee und Langer Straße ermordet. In Tatverdacht gerieten unabhängig voneinander zwei Münderaner aus dem Bekanntenkreis des Opfers, doch Beweise für ihre Beteiligung an dem Verbrechen konnten die Ermittler trotz groß angelegter Durchsuchungsaktionen bislang nicht beibringen. Seitdem setzte sich auch in Polizeikreisen der Eindruck fest, dass die Ermittlungen stockten – bis vor wenigen Tagen, als eine Zeugin sich im Gespräch mit Ermittlern an einen Mann erinnerte, mit dem das spätere Opfer Uwe H. unmittelbar vor der Tat am Dienstagabend, 13. August, Kontakt gehabt haben soll. Der Mann soll „Helmut“ heißen und wird nun als eine der letzten Kontaktpersonen von der Mordkommission gesucht.

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Die neue Spur deutet in die Schweiz. Viel wissen die Ermittler über den als „älteren Mann“ beschriebenen „Helmut“ nicht, aber immerhin soviel: Er soll in Bad Münder mit einem kleinen Geländewagen unbekannten Typs mit schweizerischem Kennzeichen unterwegs gewesen sein. Die Beamten vermuten, dass er in der Schweiz lebt, auf der Durchreise in Bad Münder Station machte, eventuell verwandtschaftliche Beziehungen nach Bad Münder hat. „Er könnte ein wichtiger Zeuge bei den Ermittlungen im Fall des getöteten Uwe H. sein“, erklärt Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki, Mitglied der Mordkommission.

Bei der Suche nach dem Mann bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe: Die Ermittler hoffen auf Hinweise, wer Uwe H. am Dienstag, 13. August, oder an den Tagen davor in Begleitung eines älteren Mannes gesehen hat. Außerdem fragen sie, wer Hinweise zu „Helmut“ und seinen Kontakten in Bad Münder oder zum Autokennzeichen seines Geländewagens geben kann. Zeugen werden gebeten, sich unverzüglich bei der Mordkommission der Polizei Hameln ( 05151/933-222) oder bei der Polizei Bad Münder (05042/9331-0) zu melden.

Ausschließen können die Mitglieder der Mordkommission bereits, dass der Mann namens „Helmut“ Teilnehmer oder Besucher der Minigolf-Weltmeisterschaften in Bad Münder war.

Bereits früh stand für die Ermittler fest, dass Uwe H. einem Raubmord zum Opfer gefallen sein könnte. Erhärtet wurde dieser Ansatz Anfang Oktober, als die Polizei mitteilte, dass trotz intensiver Suche kein größerer Geldbetrag unter der Hinterlassenschaft des Familienvaters gefunden wurde. Dabei hätte Uwe H. durchaus über Geld verfügen müssen – ein vier- bis fünfstelliger Geldbetrag stand ihm nach dem Verkauf seines Einfamilienhauses zur Verfügung. H. lebte getrennt von seiner Ehefrau und seinen Kindern, auch aus der Wohnung einer späteren Lebensgefährtin zog er wieder aus. Bis zuletzt lebte er in einer Pension in Bad Münder.

In Tatverdacht waren zunächst ein 45-jähriger und auch ein 39-jähriger Münderaner geraten. Der 45-Jährige hatte am Tatabend Kontakt zum Opfer und sich so verdächtig gemacht, dass ihn die Mordkommission intensiv vernahm und auch seine Wohnung durchsuchte. Der 39-Jährige hatte in alkoholisiertem Zustand in einer Kneipe unter Tränen zwei Gästen gegenüber gebeichtet: „Ich war das mit dem Uwe.“ Sie alarmierten die Polizei. In nüchternem Zustand erklärte er jedoch den Ermittlern, nichts mit dem Mord an Uwe H. zu tun zu haben.

Noch nicht abgeschlossen sind die Untersuchungen in einem Labor des LKA, auf die die Ermittler hoffen. Sie suchen nach DNA-Spuren, die Täter und Opfer in Verbindung bringen. Zur Sicherung des Spurenmaterials hatte die Polizei kurz nach dem Mord enormen Aufwand betrieben: Der komplette Müll der Kernstadt war von Mitgliedern einer Hundertschaft durchsucht wurden, außerdem suchten Beamte in Altkleider-, Glas- und Abfallcontainern nach Hinweisen auf den Täter.jhr

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