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Organisatoren der Demonstration „Gegen Nazistrukturen“ warnen vor heimlich aufgenommenem Video

„Wer auf dem Video ist, ist zum Abschuss freigegeben“

Bückeburg. Nachdem unsere Zeitung aufgedeckt hatte, dass im Umfeld der Demonstration „Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“ offensichtlich Rechtsradikale den gesamten Demonstrationszug gefilmt und ein Video davon ins Internet gestellt haben, hat sich nun der Pressesprecher des Mitorganisators der Demonstration „Copy & Paste“, Felix Imfeld, zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung wies er auf die Gefahren hin, die von dem Video ausgehen können, sowie auf die Vorgehensweise der Neonazis. Auf dem Video sind Einzelpersonen zum Teil deutlich identifizierbar.

Wie Imfeld ausführte, arbeiten die „Nationalen Sozialisten Bückeburg“ nach bekannten Mustern. Durch gezielte Bedrohung werde versucht, Nazigegner mundtot zu machen. Mit der Veröffentlichung des Videos werde signalisiert: „Wenn Du Dich gegen uns stellst, dann wird es gefährlich.“ Gerade ihre Androhung, Nazigegner öffentlich zu machen, zeuge von dem bewussten Versuch Angsträume zu schaffen. Er rate, umgehend Anzeige zu erstatten, sollte man sich auf einer rechten Internetseite wiederfinden.

Wie der Pressesprecher erklärte, ist das Filmen und Fotografieren von Demonstranten wichtiger Teil des Vorgehens der rechten Szene gegen ihre politischen Gegner. Unter dem Label „Anti-Antifa“ würden auf Grundlage derartig gesammelter Daten so genannte „Feindeslisten“ zusammengestellt. Diese dienten den Nazis zur Identifizierung im Alltag und würden in vielen Fällen öffentlich gemacht. In der rechten Szene gelten auf diese Weise öffentlich gemachte Personen als „zum Abschuss freigegeben“. Vor allem aber bildeten solche Listen daher die Grundlage für Gewaltaktionen.

Während der Demonstration sei durch Ordner von „Copy & Paste“ das Möglichste getan worden, um derartige Aktionen zu verhindern und die Teilnehmer zu schützen. Personen, die am Rande fotografierten oder filmten, seien direkt angesprochen und gebeten worden, sich bei der Demonstrationsleitung zu akkreditieren. Bei einigen Journalisten habe dies zu Unverständnis geführt: „Dafür haben wir Verständnis.“ Es behage keineswegs, das Gefühl zu vermitteln, darüber zu entscheiden, wer Demonstrationen festhalten darf und wer nicht. „Angesichts der Sammelwut personenbezogener Daten seitens organisierter Neonazistrukturen seien solche Absprachen leider notwendig.“ Die Kampagne „Copy & Paste“ danke auf diesem Wege noch einmal allen Teilnehmern vom 21. Januar für ihre Bereitschaft und ihren Mut. Imfeld: „Wir lassen uns von den Nazis nicht einschüchtern und werden weiter Gesicht gegen sie und ihre Strukturen zeigen.“




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