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Besucher der Dewezet-Wahlparty können weder Tjark Bartels noch Uwe Schünemann als Sieger feiern

Wenn nach der Wahl vor der Wahl ist

Geballte journalistische Präsenz und Studioatmosphäre gestern Abend im Medienraum der Dewezet. Bereits seit den Nachmittagsstunden hat man sich für die traditionelle Wahlparty im Hamelner Medienhaus präpariert, hatten sich Vertreter von Print, Online-Redaktion, von Radio Aktiv und die beiden Moderatoren des Abends, Thomas Thimm, stellvertretender Chefredakteur der Dewezet, und Hagen Wolf, Chef vom Dienst bei Radio Aktiv, auf diese Wahlnacht vorbereitet. Und wegen der Hameln-Pyrmonter Landratswahl ist auch der NDR mit einem Kamera-Team nebst Übertragungswagen angerückt: Der tragische Tod des ehemaligen Landrates Rüdiger Butte (SPD) zieht da ebenso wie die Kandidatur von Niedersachsens Ex-Innenminister Uwe Schünemann für die CDU.

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Autor:

von joachim zieseniss

Anfangs nur zögerlich treffen die Wahlparty-Gäste ein. Hamelns Grenzbezieher-Präsident Horst Tönebön ist der erste, der sich beim Team des Dewezet-Cafés bereits vor Schließen der Wahllokale mit einem Getränk am Stehtisch versorgen lässt, CDU-Urgestein Gerhard Paschwitz ist dann traditionell der erste Lokalpolitiker, der vor der Großleinwand im Medienraum Stellung bezieht. Hier sollten aber bis 19.10 Uhr erst mal die Ergebnisse der Bundestagswahl beherrschendes Thema sein. Dann aber das erste Ergebnis der Hameln-Pyrmonter Landratswahl: Vier Wahlbezirke sind ausgezählt. Mit 40,3 Prozent liegt der SPD-Kandidat Tjark Bartels an der Spitze, Schünemann kommt auf nur 30 Prozent, Torsten Schulte (Grüne) kann 19,5 Prozent, Hermann Schmidtchen (Unabhängige) 7,2 Prozent einfahren.

Stimmzahlen, die bei den Wahlpartygästen gelassen aufgenommen werden. Noch bleiben etliche unausgezählte Wahllokale, und die CDU-Kreistagsabgeordnete Ursula Körtner ist sich ohnehin sicher, dass Schünemann das Rennen machen wird: „Mit über 50 Prozent im ersten Wahlgang.“

Bei der „Elefantenrunde“ der Dewezet-Wahlparty mit den vier Landratskandidaten gegen 20.40 Uhr steht dann für die Partygäste fest: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Bis auf die Briefwahl ist der überwiegende Teil der Wahlbezirke ausgezählt, Bartels und Schünemann liefern sich ein Kopf- an Kopf-Rennen, pendeln aber beide um die 40-Prozent-Marke; keiner hat die 50-Prozent-Marke geknackt, sodass schon nach dem ersten Wahlgang ein Sieger und damit der neue Landrat festgestellt werden könnte. Doch Uwe Schünemann kann im Interview mit Dewezet-Chefredakteur Frank Werner – anders als sein Fan Ursula Körtner – anscheinend damit leben: „Ich hatte bei vier Kandidaten nicht mehr als 40 Prozent für erreichbar gehalten“, gibt er sich als Polit-Profi. Es werde eine Stichwahl geben, und da sei er zuversichtlich, so der Christdemokrat unter Beifall seiner Parteifreunde, die ihn zur Wahlparty begleitet haben.

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  • „Landrats-Elefantenrunde“ bei der Dewezet-Wahlparty: Die Kandidaten geben eine erste Einschätzung ihrer Ergebnisse ab. dana, wal, fn

Und auch Tjark Bartels gibt sich souverän im Interview, versichert „entspannt in die Stichwahl zu gehen“. Und er kündigt an, in den nächsten 14 Tagen dafür noch mal voll in den Wahlkampf einsteigen zu wollen. Und der Applaus seiner Parteibasis zeigt, dass ihm von deren Seite volle Unterstützung sicher ist.

Um 21.30 Uhr haben die letzten Gäste die Wahlparty verlassen, das fünfköpfige Service-Team des Dewezet-Cafés ist zufrieden: Belegte Brote, Brezel und Frikadellen sind so gut wie vertilgt, und auch wenn es keinen Gewinner und Verlierer gab, wurde sowohl Sekt als auch Selters bestellt. Nur noch die heute geballte Macht der Journalisten baut im Dewezet-Medienraum Radiotechnik, Kameras und Rechner ab. Für sie ist die Wahlschlacht erst einmal geschlagen: „Tschüß denn bis zur Stichwahl. Man sieht sich am 6. Oktober...“

Gespannt verfolgten die Grünen (li.) und die SPD (u.) die Stimmauszählung in ihren Parteibüros in der Wendenstraße und im „Rosa Helfers-Haus“.

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