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Rolfshäger Kinder trotzen dem Wetter / Gaby Willers zieht sich aus Jugendarbeit zurück

Wenn kein Wind weht - steigen die Drachen

Rolfshagen (rnk). Über den Drachen als Flugobjekt kann Antonia Li viel erzählen. Davon, dass sie wahrscheinlich schon im 6. Jahrhundert vor Christus in China erfunden wurden, davon, dass die Menschen im alten China und Japan glaubten, dass sie durch die Drachen ihre Wünsche und Bitten zu den Göttern tragen könnten, davon, wie sie erst im 16. Jahrhundert über holländische, portugiesische und englische Kaufleute, die Handel mit Fernost betrieben, nach Europa kamen und zu Beginn des 18. Jahrhunderts schließlich als Kinderspielzeug im ganzen Westen verbreitet waren. Weil ihre Begeisterung ansteckend ist, laufen ein halbes Dutzend Kinder vor dem Jugendzentrum den Weg hoch und runter - mit einem Drachen in der Hand.

Wenn der Wind fehlt, müssen die Beine ein bisschen schneller lau

Doch weil das Wetter meistens anders kommt, als es gewünscht wird, fehlt es an einem unerlässlichen Hilfsmittel: Es weht zu wenig Wind. Trotzdem ist die Laune gut, denn am Freitag wird noch einmal das trockene Wetter genutzt, um draußen zu spielen: Erst Fußball, dann gibt es Gegrilltes. Ein bisschen Wehmut schwingt mit: Nicht nur, weil die Freiluftsaison sich langsam ihrem jahreszeitlich bedingten Ende nähert, sondern auch, weil sich am Ende des Jahres Gaby Willers aus der Rolfshäger Jugendarbeit zurückziehen wird. Sie ist seit einem Jahrzehnt die treibende Kraft und hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich in Rolfshagen ein immerhin zwei Zimmer großes Jugendzentrum nach vielen Irrungen und Wirrungen etabliert hat. Ginge es nach Willers, würde die Gemeinde einen hauptamtlichen Jugendpfleger mit den Rolfshäger Aufgaben betrauen. Das würde eine Ausweitung der Öffnungszeiten bedeuten, konkret im Gespräch sind allerdings Verkürzungen: Nicht mehr an drei, sondern nur noch an zwei Tagen könnte im nächsten Jahr das Jugendzentrum geöffnet sein. Überlegungen, die Ortsvorsteher Rüdiger Teich vorsichtig bestätigt: "Wir werden schauen, ob drei Tage nicht etwas viel sind."

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