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Schulausschuss des Landkreises lehnt Rintelner Eilantrag ab: Erst Befragung

Wenn IGS in Rinteln, dann erst zum Schuljahr 2010 - frühestens

Rinteln (rnk). Eigensüber ihn abgestimmt wurde nicht, aber durch eine neue Empfehlung sind klare Fakten geschaffen worden: Der Eilantrag des Rintelner Stadtrates auf Einrichtung einer IGS "spätestens zum Schuljahr 2009/10" fand bei den Mitgliedern des Schul- und Berufsschulausschusses des Kreistages in der Sitzung amMontag im Kreishaus keine Zustimmung.

Der Ausschuss entschied anders: Die Kreisverwaltung soll beauftragt werden, eine Elternbefragung in Rinteln mit dem Ziel der Errichtung einer IGS in der Weserstadt zum Schuljahr 2010/11 durchzuführen. Auch die Variante "Außenstelle Rinteln der Obernkirchener IGS" ist damit verworfen worden. Siegbert Held (WGS) brachte die allgemeine Betrachtungsweise der Politiker schnell auf den Punkt: Mittelfristig bestehe sicherlich weiterer Bedarf, aber kurzfristig dürfe man den Beschluss des Kreistages aus diesem Sommer, in Obernkirchen, Rodenberg und Helpsen Inte grierte Gesamtschulen einzurichten, jetzt nicht wieder kippen und damit auch Obernkirchen infrage stellen: Rinteln habe zwar ein Recht auf eine IGS, sofern Bedarf bestehe, "aber wir dürfen den Standort Obernkirchen nicht gefährden". "Ein bisschen spät", so bekannte Rintelns SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Wißmann, habe der Weserstadt-Rat den Eilantrag gestellt, aber man habe im Gremium "die Dynamik der Geschichte nicht erkannt". Wißmann wies auf "gut funktionierende Hauptschule und Realschule" in Rinteln hin, hofft aber dennoch auf eine Rintelner IGS 2009/10. Auf die "große Akzeptanz des gegenwärtigen Schulsystems" in Rinteln berief sich auch Dagmar König (CDU). Aber eine IGS würde die in Rinteln "gewünschte schulische Vielfalt" bieten, daher solle "baldmöglichst" eine Bedarfserhebung erfolgen. Edeltraud Müller (Grüne/WIR) fasste ihren Standpunkt kurz und bündig zusammen: Das Verfahren solle für die drei neue Schulen weiterlaufen und nicht unterbrochen werden. Heiko Tadge (CDU) sah esähnlich: Eine neue Diskussion komme nicht infrage, man werde abwarten, wie sich die Schülerzahlen und damit die Integrierten Gesamtschulen entwickeln. Horst Sassenberg (CDU) war verwundert, dass die Haupt- und die Realschule in Rinteln jahrelang mit guten Arbeitsberichten geglänzt haben: Jetzt werde es plötzlich so dargestellt, als wenn dort "nicht mehr vernünftig gearbeitet wird". Und es sei nicht eine Stimme zu vernehmen, die dafür plädiert, die "gut funktionierenden Schulen zu erhalten". Generell gebe es in Schaumburg eine "unglaubliche Euphorie", die auch ausgelöst worden sei durch die "Vorzeige-IGS in Stadthagen". Sassenberg warf einen Blick über den Schaumburger Tellerrand: Was solle eigentlich die Genehmigungsbehörde denken, die den Antrag so schnell positiv bewilligt habe, wenn jetzt aus dem Kreistag eine neue Befragung beantragt wird? Bernd Wolf wies für den Kreisschulelternrat auf die Prioritäten hin: durch eine Erhebung den Bedarf in Rinteln ermitteln, aber die drei neuen Schulen "sicher einrichten und zum Laufen bringen". Eine Außenstelle der künftigen Obernkirchener IGS in Rinteln sei aus pädagogischen Gründen nicht möglich. Die Fünfzügigkeit sei zudem eine schulpädagogische Fessel - "und muss weg". Auch Wißmann stieg in die schulideologische Debatte ein: Die IGS sei "die Schule der Zukunft", in den "nächsten Jahren" werde es die Hauptschule nicht mehr geben. Die Fünfzügigkeit sei "absoluter Schwachsinn" - vom Lande eingerichtet, um die IGS zu verhindern. Aussagen, die weder König noch Sassenberg so stehen lassen wollten. König wies darauf hin, dass Schüler aus Bundesländern mit dreigliedrigem Schulsystem nach PISA-Klassifizierung in Spitzenpositionen zu finden sind, Sassenberg erklärte, dass keineswegs automatisch hinter jedem IGS-Abschluss auch Qualität steht. Nach mehreren Neuformulierungen und einer Pause wurde einstimmig abgestimmt: Es bleibt bei den einstimmig gefassten Beschlüssen zur Errichtung von drei Inte grierten Gesamtschulen, damit ist auch die Zusammenarbeit mit einer Außenstelle der IGS Obernkirchen in Rinteln erst einmal vom Tisch. Die Kreisverwaltung wurde beauftragt, nach Abschluss des Anmeldeverfahrens an den Gesamtschulen eine Elternbefragung in Rinteln mit dem Ziel der Errichtung einer IGS in Rinteln zum Schuljahr 2010/11 durchzuführen. Im Rahmen der Vorbereitung soll auch das Votum der Hauptschule und der Realschule Rinteln eingeholt werden. Die vom Rintelner Rat erfolgte Petition über die Abschaffung der Fünfzügigkeit von Gesamtschulen wurde in den Kreistag verwiesen, wo sie gestern diskutiert wurde.




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