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20 Jahre Scooter – Die Swiss Life Hall wird zum Techno-Tempel

Wenn „Hardcore“ 3000 Fans in den Ausnahmezustand versetzt

Mit „Hyper Hyper“ noch zu Beginn ihrer Karriere als One-Hit-Wonder gehandelt, hat sich Scooter zu einem der erfolgreichsten und bekanntesten Music-Acts europaweit gemausert – Tendenz immer noch weiter steigend. Ob Billy Idol, Supertramp, Peter Maffay oder Status Quo – alles wird mehr oder weniger erfolgreich durch den Scooter-Mixer gedreht, entstaubt und zu Edelmetall verarbeitet. Live-Konzerte werden zu großen Party-Events, zu denen man durchaus auch das Konzert vorgestern in der Swiss Life Hall zählen kann. Oft als „Techno-Deppen“ bezeichnet, sprechen 30 Millionen verkaufte Platten, 500 Wochen Chartpräsenz und unzählige Auszeichnungen jedoch eine andere Sprache.

Mittelpunkt des Techno-Spektakels ist ein altersloser Frontmann, der nach 20 Jahren Hardcore scheinbar immer noch nichts von seiner Massentauglichkeit eingebüßt hat. Ohne Zweifel: H.P. Baxxter ist Scooter, Scooter ist H.P. Baxxter. Auch gut so, denn mit Rick J. Jordan verlässt nach der Anniversary-Tour die zweite Konstante die Band – schau’n mer mal, wer dann neben Michael Simon zusammen mit Mr. Baxxter auf der Bühne performt.

Fast majestätisch gleiten die drei Techno-Helden auf einer Plattform von der Bühnendecke zu ihrer Gemeinde – großes Kino gleich zu Beginn der Show. Auch in Hannover gibt der platinblond gefärbte Techno-Schreier H.P. alles, verwandelt mit „One“ (Always Hardcore) die Swiss Life Hall in sekundenschnelle in einen pulsierenden Tanztempel. Nach dem Motto „Whatever You Want“ verlässt im Drei-Minuten-Takt ein Chartbreaker nach dem anderen die Scooter’sche Hitfabrik.

Dass sich die gesamte Show in einem Tempospektrum ab ungefähr 180 BPM bewegt, versteht sich von selbst. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass man sich auf einen Scooter-Konzert mit einer Pulsfrequenz von 200 während der gesamten Show immer am Limit befindet.

Die Botschaft an den Floor heißt „Move! Your! Ass!“, was sich insbesondere die weiblichen Techno-Fans nicht zweimal sagen lassen. Da leisten Hüfte und Hinterteil gezielte Höchstarbeit, die von den männlichen Techno-Jüngern wohlwollend in Kauf genommen wird.

Dass die beiden Hardworker an den Turntables, Michael Simon und Rick J. Jordan, kaum jemand wahrnimmt, stört keinen sonderlich – zu dominierend ist die Rolle des Einpeitschers H.P. Baxxter. Eigentlich egal, wer neben dem 47-jährigen Energiebündel performt – die Statistenrolle ist ihm sicher. Wenig Schlaf, ein Gläschen Wodka, Party bis der Arzt kommt – Baxxter hofft, dass er selbst erkennt, wann es genug ist. Die Kondition holt er sich beim Jogging – ab und an zeigt ihm auch ein Fitnesstrainer wo es lang geht.

Eine Mischung aus Trotz, Durchhaltevermögen und Kreativität hat das Trio zu dem gemacht, was es heute ist: Einen europaweiten Hitlieferanten, der es auch noch heute schafft, die Massen zu elektrisieren. „No Fate“, „Jigga Jigga!“, „Fuck The Millenium“ – alles Hardcore, verfeinert mit satter Pyrotechnik.

Mit „Fire“, davon gab es an diesem Abend genug, geht’s in die Verlängerung. Zum Schluss dann noch „Hyper Hyper“ – zwei Stunden auf der Überholspur sind jetzt auch genug. Das Megafon wird an die Seite gestellt – die Helden verlassen erschöpft die Bühne – rave on, Scooter.

ñ So wild und sexy kann Hardcore sein – H.P. Baxxter, eingerahmt von zwei hübschen Raverinnen.

ð Frontmann und Motivator Baxxter in Aktion.




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