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Lioba Schulte will Menschen helfen: "Anregungen für die eigene Kreativität"

"Wenn Gefühle Beine bekommen, tanzen sie"

Borstel. Sie hat in Castrop Rauxel viele, viele Jahre ein internationales Kulturzentrum aufgebaut und geleitet, das sich dann Franz Müntefering, Peer Steinbrück und Jürgen Rüttgers anschauten und erklären ließen. Sie hat 2002 in Berlin aus der Hand vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau den Integrationspreis erhalten. Sie ist Mitherausgeberin eines Buches, hat für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund und ohne Ausbildungsplatz Projekte entwickelt und auch umgesetzt, sie hat für die Arbeit mit "griechischen Gastarbeitern" - wie sie damals genannt wurden - griechisch gelernt, weil es wichtig ist, mit den Menschen auf gleicher Augenhöhe zu reden, ihre Kultur im wahrsten Sinne des Wortes auch zu verstehen. Sie ist Theaterpädagogin, staatlich anerkannte Erziehungs-, Bewegungs- und Tanzsoziotherapeutin: Lioba Schulte hat das Leben stets so betrachtet, wie es auch sein kann: als lebenslange Möglichkeit, zu lernen und sich stets weiterzuentwickeln.

Autor:

Frank Westermann

Probleme erkennen, angehen und lösen: Vielleicht ist es ja die Ruhrgebietsmentalität, die die 54-Jährige lange Jahre geprägt hat. Sie war da, vor Jahrzehnten, als Migration noch ein Fremdwort war, als es um die Integration der Ausländer ging, die in den sechziger Jahren nach Deutschland kamen und die Fortführung des Wirtschaftswunders durch harte Arbeit sicherten. Sie hat sich gewehrt, als Flüchtlinge abgeschoben wurden und hat sich auch nicht gescheut, diesbezüglich den Bürgermeister im Urlaub auf La Palma anzurufen - natürlich ohne Erfolg. Seit Januar lebt sie in Borstel und hat gemacht, was in ihrem Leben selten war: ankommen bei sich selbst und in Borstel. Sie hat in sich hineingehört und sich auf das besonnen, was sie als "Schatzkiste des Lebens" bezeichnet: Sie hat sich besonnen, hat gelernt, ihren Körper zu fragen und auf die Antworten zu hören, sie hat ihre Schatzkiste geöffnet und neue Fähigkeiten geborgen. Denn: "Die Krisen im Leben werden durch den Körper ausgedrückt", erklärt sie. Der Körper setzt Signale, der Mensch muss sie nur wahrnehmen. Wer sich immer hintenan stellt, sich überwiegend für andere oder den Job aufopfert, darf sich nicht wundern, wennder Körper irgendwann sagt: Bis hierher und nicht weiter. Im letzten Monat hat sie ein neues Lebenskapitel aufgeschlagen: Lioba Schulte hat sich als Soziotherapeutin selbstständig gemacht. Sie möchte Menschen in Krisen begleiten, ihnen Räume öffnen, "Anregungen geben für die Auseinandersetzung mit ihren Gefühlen, und die Wiederentdeckung der eigenen Lebendigkeit." Die Angebote der Tanz- und Bewegungstherapeutin (denn das ist der Schwerpunkt der Soziotherapeutin) richten sich an Einzelpersonen, Gruppen, Kindergärten, Schulen oder Firmen. Sie hat viel Erfahrung darin, mit Menschen konstruktiv und zielorientiert zu arbeiten. Denn die Tanz- und Bewegungstherapie entwickelt die Persönlichkeit und stärkt die Ich-Kompetenz. "Wenn Gefühle Beine bekommen, tanzensie", sagt Lioba Schulte. Und in dieser schnelllebigen Zeit, da bekommen die Gefühle immer weniger Raum. "Sie suchen sich einen anderen Ausdruck, denn sie sind ja immer da." Soll heißen: Der Mensch wird krank. Zwei Veranstaltungen bietet sie jetzt an: "Tanz aus der Reihe" am 22. und 23. November, und "Tanz in dein Glück" am 6. und 7. Dezember, jeweils von 10 bis 19 und von 9 bis 15 Uhr. Die Seminare finden im "Wirkhof" in Strücken statt. Weitere Infos: (05753) 927838 oder per Mail: lioba_schulte@web.de




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