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Schaumburger Fachärzte appellieren: Mehr Bewegung, mehr Vorsorge

Wenn der Fuß nicht läuft, wie er soll, streikt später die Wirbelsäule

Landkreis (wm). Die Orthopäden im Landkreis Schaumburg wie Hameln-Pyrmont machen sich ernste Sorgen um die orthopädische Gesundheit des Nachwuchses. Dr. Hermann Moschner warnt: "Unsere Kinder sitzen täglich viel zu viel - in der Schule, bei den Hausaufgaben, vor dem PC und vor dem Fernseher. Da kommen am Tag schon knapp neun Stunden zusammen."

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So sehen es auch seine Kollegen: Herumtoben, aktiver Sport würden im Alltag eine immer kleinere Rolle spielen - Konsequenz, so Wolfrid Lübke: "Die Auswirkungen von massivem Bewegungsmangel, die sich dann im Erwachsenenalter manifestieren, werden in der Praxis immer deutlicher sichtbar." Die heimischen Orthopäden gehen davon aus, dass inzwischen jeder Zweite über 30 Jahre unter Rückenproblemen leidet, jeder Dritte über 40 an Arthrose. Mit der Kampagne "Orthopädie bewegt", die mit einem Aktionstag am kommenden Samstag, 12. April, beginnt, wollen die Fachärzte offensiv für mehr Bewegung und speziell für mehr Vorsorge werben, um insbesondere Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Dazu wurde das "OrthoFit-Programm" entwickelt. Dazu gehört unter anderem ein spezieller Vorsorgekalender für Kinder und Jugendliche. Vor allem im ersten Lebensjahr, betonten die heimischen Orthopäden, könne man viele Schäden noch mit einfachen Maßnahmen erfolgreich behandeln. Danach wird es schwieriger - aus einem einfachen Grund: Ab dem zweiten Lebensjahr wachsen Kinder langsamer, und Fehlstellungen können nicht mehr so leicht behoben werden. Deshalb empfehlen die Orthopäden beispielsweise für die vierte bis sechste Lebenswoche eine orthopädische Säuglingsuntersuchung. Dabei könnten problemlos beispielsweise eine Fehlform des Hüftgelenks oder andere Fehlbildungen festgestellt und behandelt werden. Fehlstellungen der Wirbelsäule würden ohne Untersuchung oft schon deshalb zu spät entdeckt, weil sie im Frühstadium keine Beschwerden verursachen. Auch unentdeckte Fußerkrankungen können folgenreich sein, denn wenn der Fuß nicht läuft, wie er soll, wirkt sich das auf den ganzen Körper aus. Zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr sollten eine orthopädische Schuleintrittsuntersuchung und später bei Jugendlichen eine Berufstauglichkeitsuntersuchung erfolgen. Einziger Wermutstropfen: Bis auf die Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüfte wird die orthopädische Vorsorge von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. Wer mehrüber das speziell entwickelte OrthoFit-Vorsorgeprogramm wissen möchte, kann sich bei den im Kompetenznetz zusammengeschlossenen Praxen informieren. Hinweis: Wer am Aktionsprogramm teilnehmen möchte, kann sich bis morgen, Freitag, 11. April, um 12 Uhr in einer der Praxen telefonisch anmelden, die an der Aktion teilnehmen. Das sind im Landkreis Schaumburg: Dr. Godzinski, Dr. Fischinger (beide Bückeburg), Dr. Lübke, Dr. Hetzer (beide Rinteln), Dr. Neuendorff (Bad Nenndorf). Landkreis Hameln/Pyrmont: Dr. Moschner (Hess. Oldendorf), Gemeinschaftspraxis Wahle/Dahn (Hameln), Dr. Ulbrich (Bad Pyrmont), Dr. Schnabel (Bad Münder), Dr. Rehmer (Bad Pyrmont). In der Region: Gemeinschaftspraxis Wiemann/Herbst (Barsinghausen), Dr. Krauff (Springe).Dres. Wahle/Dahn



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