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Superintendent Philipp Meyer über die Bedeutung des Osterfestes und eine besondere Tradition aus Kaliforniern

Wenn das Kreuz Jesu zum Lebenszeichen wird

Ein Kreuz, mit Blumen verziert. Bunte Blüten machen aus dem Instrument des Todes ein Schmuckstück. Es ist Ostern.

Gestern aber, am Karfreitag, stand das Kreuz noch für das Leiden und die Verzweiflung. Die Römer hatten Jesus gefangen genommen, verurteilt und hingerichtet. Was zählten seine starken Worte noch! Da hing er, wehrlos und schwach. Am Abend war alles vorbei.

Doch am morgigen Ostersonntag vor dem Gottesdienst kommen die Kinder der Gemeinde mit Blumen zusammen. Sie schmücken das Kreuz und zeigen damit: Unser Glaube ist stärker als der Tod. Mit freudigem Gesang beginnt dann auch die lutherische Gemeinde von Atwater ihre Osterfeier. Diese Gemeinde hat ein Bild gefunden für das Osterwunder. Ein Kreuz, mit Blumen geschmückt.

Es ist noch mehr als das: Das Kreuz wird in dieser kalifornischen Kirchengemeinde jedes Jahr neu gezimmert. In der Karwoche kommen die Männer der Gemeinde zusammen mit Äxten, Hämmern und Sägen. Auch das Holz liegt schon bereit: Es ist der Weihnachtsbaum des vergangenen Jahres. Was für eine wunderbare Idee!

Aus dem alten Weihnachtsbaum wird das neue Kreuz. Aus dem Kreuz wird das Lebenszeichen, mit Blüten behängt. Geburt, Tod und neues Leben – alles aus einem Holz. So können es auch die Menschen begreifen. Geburt und Tod gehören zum Leben dazu. Auch das Leid gehört dazu. Wenn es uns Menschen trifft, ist das hart. Eine schwere Krankheit, eine persönliche Niederlage; der Verlust des Arbeitsplatzes oder eines geliebten Menschen. Wer so etwas erfahren hat, weiß, was Verzweiflung bedeutet. Doch gerade im Leid erfahren wir auch, was Gottes Liebe bewirken kann.

Das Holz des Lebensbaums, das ist Gottes Liebe. Krippe, Weihnachtsbaum und Kreuz: Sie alle sind ein Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen. Dieses Holz ist nicht tot. Es treibt immer wieder aus, erfreut uns mit frischem Grün und duftenden Blüten. Die Osterbotschaft ist damit ganz schlicht und klar: Das Leben siegt. Das Leben wird immer wieder siegen, weil Gottes unendliche Liebe es nährt. Und weil das Leben siegt, dürfen wir als Sieger jubeln.

Mehr wünsche ich Ihnen heute nicht, als dass Sie einstimmen in solch einen Jubel. Jubeln Sie laut in einem Gottesdienst oder aber still daheim. Freuen Sie sich an den Lebenszeichen der Natur oder an der Botschaft eines großen Kunstwerks. Aber freuen Sie sich. Gott hat das Leben lieb. Er wird es immer wieder zum Sieg führen.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Philipp Meyer, Superintendent




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