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Wenn das Geld einfach nicht reicht

BAD MÜNDER. Armut in Bad Münder – sie zeigt sich nicht in Gestalt von Menschen, die bettelnd vor Geschäften sitzen. Und die alte Frau, die regelmäßig die Mülleimer an der Bahnhofstraße nach Pfandflaschen durchsucht, blickt sich dabei auch nach Jahren noch verschämt um.

Altersarmut in Bad Münder ist ein Aspekt der Diskussionsrunde in der Schulaula. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Armut in Bad Münder ist nicht komplett unsichtbar – wer den Blick dafür schärft, entdeckt sie schnell. Jetzt will der SPD-Ortsverein Bad Münder-Hachmühlen-Brullsen sie in einer öffentlichen Podiumsdiskussion beleuchten.

„Immer mehr Menschen sind von Einkommensarmut betroffen. Überschuldung greift um sich. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Erwerbslosigkeit führen zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft“, erläutert Wilfried Hartmann, Vorsitzender des Ortsvereins, die Motivation, das Thema Armut ganz lokal in den Blickpunkt zu nehmen.

Das, was der Ortsverein als bedrohliche Entwicklung auch in Bad Münder ausgemacht hat, erfordere die Bündelung und Abstimmung der Akteure, die sich für soziale Gerechtigkeit in der Stadt einsetzen. Dabei geht es darum, besondere Problemfelder auszumachen, aber auch darum, mehr über die Aktivitäten und Möglichkeiten bereits engagierter Gruppen und Einrichtungen zu erfahren. Betroffene sollen in der geplanten Veranstaltung zu Wort kommen, aber auch örtliche und regionale Initiativen.

Um ins Thema einzusteigen, haben die Organisatoren ein Impulsreferat vorgesehen. Lars Niggemeyer, Abteilungsleiter im Bereich Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Berufliche Bildung und Sozialpolitik beim DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt, wird es halten.

Konkret auf die Situation vor Ort nehmen dann diejenigen Bezug, die in ihrer täglichen Arbeit auch mit dem Thema Armut und Auswirkungen konfrontiert werden: Der mündersche Grundschulrektor Christoph Schieb ist dabei, auch Malihe Papastefanou, Direktorin der Kooperativen Gesamtschule und gleichzeitig Sprecherin der Sozialraum-AG Bad Münder. Dieter Hainer hat als Vorsitzender der Tafel Bad Münder den ständigen Kontakt zu Menschen, die wenig oder kein Geld zum Leben haben. Die Diakonie und die Schuldner- und Insolvenzberatung des Awo-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont sind vor Ort, Katharina Kaub, stellvertretende Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung der Awo, wird auf dem Podium sitzen. Durch den Abend führt Sabine Süpke, Leiterin des Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrums der IG BCE, gemeinsam mit dem ehemaligen Redakteur Dieter Klocke.

Zu Wort kommen sollen auch die Zuschauer – die Veranstaltung ist öffentlich. Und was den Organisatoren besonders wichtig ist: Diskussion, Anregungen und Statements sollen anschließend in einen Katalog von Forderungen zur Linderung und Minderung der Armut einfließen. Der soll dann – nachdem er vom SPD-Ortsvereinsvorstand gewichtet wurde, in Initiativen an die zuständigen Stellen münden.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 14. August, von 18.30 bis etwa 20.30 Uhr in der Aula der Grundschule Bad Münder, Wallstraße 20, statt.



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