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Backspezialitäten haben zu Ostern eine lange Tradition

Wenn das Brot als Häschen auf den Tisch kommt …

In der Adventszeit werden Plätzchen gebacken: Das ist Tradition, macht Spaß und gehört zu Weihnachten wie Tannengrün und Kerzenschimmer. Auch Ostern gibt’s jede Menge schöner Bräuche. Neben den bunten Eiern, die beim Osterfrühstück nicht fehlen dürfen, findet man oft auch einen frischen Hefezopf oder ein anderes Osterbrot auf dem Tisch. Denn: Auch zu Ostern wird gebacken. Kränze, Striezel und Zöpfe, Quark-Häschen und -Lämmer, österlich dekorierte Kuchen und Oster-Kekse.

Ostern markiert das Ende der Fastenzeit: Da überrascht es nicht, wenn zum Fest wieder richtig geschlemmt wird. Eine alte Spezialität ist das Osterbrot. In vielen Regionen Deutschlands war es früher Brauch, dass zum Fest ein frisches, selbst gebackenes Brot zur Speisenweihe in den Gottesdienst getragen wurde. Dieses Brot eröffnete dann das Fastenbrechen am Ostersonntag. Auch wenn dieses Brauchtum heute nur noch vereinzelt gepflegt wird – das Osterbrot gibt es immer noch: als herzhafter Begleiter zum Osterbraten oder als süße Variante zum Festtagskaffee.

Und: Osterbrot gibt’s auch fix und fertig auf dem Wochenmarkt. Die Bäckerei Hajener Landbrot bietet ein mit Buttermilch gebackenes Osterbrot aus Weizenmehl mit gehackten Mandeln, Rosinen (wahlweise auch ohne) und Hagelzucker für 2,35 Euro an. Hat das Backwerk hier noch seine typische runde Form, so mutiert es bei der Biobäckerei Honeck aus Winzlar optisch zum Hasen: „Jedes einzelne Osterbrot wird von uns handgeformt“, verrät Nicole Tietze. Kein Hase gleicht dem anderen. Was ihnen allerdings gemeinsam ist: Sie sind aus Roggenmehl, mit Mohn und Sesam verziert und ihre Augen bestehen aus Nüssen. 4,50 Euro kostet so ein Osterroggenbrot in Häschenform. Wer’s süßer mag, ist mit Hefe-Hasen und Dinkel-Häschen oder einer Kirsch-Ananas-Torte mit Häschen-Deko gut bedient.

Bei der Landbäckerei Jürgen Scholz gibt’s Osterbrot für 3,95 Euro aus Hefe-Quarkteig mit Rosinen und Zitronat/Sukkade und leckere Quark-Bunnys für 1,45 und 1,95 Euro.

3 Bilder

Es muss aber nicht immer der Hase sein, der aufs Osterfest einstimmt: Bei der Biobäckerei Kornblume aus Aerzen wird das Lamm zum Blickfang auf dem Frühstückstisch: Das 470 Gramm schwere Gebäck für 3,90 Euro besteht aus Vollkornmehl-Rührteig und ist mit Puderzucker bestäubt.

Regine Hakenbeck von der gleichnamigen Landbäckerei aus

Haverbeck hat mit Ostern überhaupt nichts am Hut. „Ostergebäck wird bei uns nicht mehr nachgefragt“, ist ihre Erfahrung der letzten Jahre. Früher hätte sie Osterzopfnester gebacken und mit Eiern verziert. „Doch die will keiner mehr“, sagt Regine Hakenbeck. Stattdessen sind bei ihr Waffeln der Renner. Die gibt’s ganzjährig und werden vor Ort frisch gebacken: Pur kostet eine Waffel mit Puderzucker einen Euro, mit roter Grütze und Sahne 2 Euro. Gern genommen werden die Waffeln wie auch die Quarkbällchen zum Kaffee von Männern: „Die haben den süßeren Zahn“, lacht Hakenbeck-Chefin und verrät: „Der Mann trinkt bei uns einen Kaffee, während seine Frau über den Markt geht, und isst dazu ein bis zwei Quarkbällchen. Das darf ich aber nicht verraten. Wenn seine Frau dann wieder dazustößt, gibt’s nochmal Kaffee und Gebäck.“ Denn eigentlich wollten die Männern ja abnehmen, sagt Regine Hakenbeck mit einem Augenzwinkern.

Zum Osterfest aber soll Abnehmen kein Thema sein. Da wird schon zum Frühstück aufgetischt – gern auch als Brunch (Brunch = Breakfast + Lunch), einem gehaltvollen, sättigenden Frühstück am späten Vormittag oder zur Mittagszeit. Und da ist das Osterbrot Tradition.

Wer’s nicht fix und fertig kaufen will, sondern lieber selbst backen möchte, braucht Milch (200 ml), ein Päckchen Trockenhefe, Zucker, Salz, Weizenmehl (250 g), Dinkelmehl (150 g), Butter, ein Bund gemischte Frühlingskräuter (oder TK-Kräuter), ein Eigelb sowie Fett und Mehl für die Form. Die Milch lauwarm erwärmen. Darin Hefe und Zucker unter Rühren auflösen. Beide Mehlsorten in eine Schüssel sieben, Hefemilch, Salz und Butter in Flöckchen dazugeben. Die Zutaten zu einem Teig verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Kräuter sehr fein hacken. Eine Kastenform fetten und mit Mehl ausstreuen. Den Teig nochmals durchkneten und die fein gehackten Kräuter unterarbeiten. Einen Brotlaib formen, in die Form geben. Das Brot mit Eigelb bestreichen, weitere 30 Minuten gehen lassen und danach im Ofen bei 200°C auf der unteren Schiene in etwa 45 Minuten hellbraun backen.

Wer mag, kann sein Osterbrot auch verzieren.

Bei der Biobäckerei Honeck wird das Osterbrot aus Roggenmehl zum Hasen

geformt.

Nichts mit Ostern am Hut hat Regine Hakenbeck (großes Foto) auf dem Wochenmarkt: Bei ihr sind Waffeln der Renner. Beim Hajener Landbrot ist das Osterbrot traditionell rund und mit einem Kreuzzeichen versehen (kleines Foto, o.). Bei Jürgen Scholz gibt’s Quark-Häschen (kleines Foto, u.). Fotos: Dana

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr




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