weather-image
13°
Stadtdirektor will Serviceagenturen helfen

Weniger Provision der Bahn: Reese schreibt Mehdorn

Bad Nenndorf (fox). Den Kunden der Bahn AG droht ein weiterer Serviceverlust. Das Unternehmen will den Reisebüros beim Fahrkartenverkauf die Provision kürzen (wir berichteten). Bad Nenndorfs Stadtdirektor Bernd Reese befürchtet, dass die Agenturen dann ihr Angebot einstellen. Betroffen davon wären vor allem ältere Menschen, die ohne Beratung nur schwer durch das Tarifdickicht der Bahn finden.

Ingrid Spratte soll von der Bahn AG bald weniger Provision für d

Die Deutsche Bahn AG ist - wie in Rinteln - auch im Bad Nenndorfer Bahnhof nicht mehr mit eigenem Fahrkartenverkauf vertreten. Diese Aufgabenübernehmen so genannte Serviceagenturen. Ingrid Spratte tritt als solche auf mit ihrem Reisebüro in der Freizeit-Tenne an der Kurhausstraße. Für ihre Arbeit erhält sie von der Bahn AG eine Provision - diese soll nun gekürzt werden. Von derzeit sechs auf zwei Prozent will die Bahn AG das Vermittlungsentgelt der Service-Agenturen kürzen. Für Spratte bedeutet dies einen Einschnitt von 60 Cent bei Fahrkarten im durchschnittlichen Wert von 15 Euro. "Ich bin mit dem Kunden für eine Karte etwa zehn Minuten im Gespräch, manchmal auch 20", erklärt Spratte. Wird die Provisionskürzung umgesetzt, soll sie in diesem Fall nur noch30 Cent pro Beratung bekommen. Pro Stunde wäre dies umgerechnet 1,80 Euro. Besonders mit Blick auf die Debatte um die Mindestlöhne eine für die Agenturbetreiberin nicht hinnehmbare Entwicklung. Auch Stadtdirektor Bernd Reese hat dafür kein Verständnis. Er hat einen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG, Hartmut Mehdorn, geschickt und darin die Problematik verdeutlicht. Die Reisebüros geben "Klarheit über die nicht immer ganz einfachen Wege der Tarifstruktur der Deutschen Bahn AG", schreibt Reese nach Berlin. Gerade für ältere Einwohner hielten die Agenturen mit ihrer Arbeit einen sehr wichtigen Service aufrecht. Mit einer Reduzierung der Provision würde eine Fortführung dieses Angebotes in Frage gestellt. "Es geht den kleinen Reisebüros nicht um Profitmaximierung", so Reese. Der Stadtdirektor fordert Mehrdorn "eindringlich" auf, angekündigte Kürzungen und deren Auswirkungen in der Gesamtheit zu berücksichtigen. "Die guten Zahlen des vor kurzem vorgestellten Geschäftsberichtes lassen sicher noch finanziellen Spielraum." Achim Stauß, Pressesprecher der Bahn AG in Berlin, will sich zu dem Thema nur bedingt äußern. "Wir haben noch nichts beschlossen", sagte Stauß auf Anfrage. Es werde weiter über Kürzungen nachgedacht. Wenn, dann sollen Änderungen zum Jahreswechsel in Kraft treten. Entsprechende Schreiben sollen an die betreffenden Reisebüros Mitte des Jahres versandt werden. Die Präsenz "in der Fläche", wünscht sich die Bahn AG, solle erhalten bleiben. "Generell müssen wir dennoch Vetriebskosten einsparen", so Stauß. Ob die Verkaufsprovision gekürzt und dafür zum Ausgleich andere Sonderhonorare möglich sein werden, dazu wollte der Sprecher nichts sagen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare