×
Ortsverein der Gewerkschaft möchte Passanten über Krankenhaus-Finanzen informieren

Wenig Resonanz auf ver.dis "Bodenzeitung"

Stadthagen (mw). Mit einer ausgelegten "Bodenzeitung" haben Gewerkschaftsmitglieder des ver.di-Ortsvereins Stadthagen Passanten auf die finanzielle Not der Krankenhäuser aufmerksam gemacht. Die Aktion auf dem Stadthäger Marktplatz ist am Sonnabendvormittag nur auf wenig Resonanz gestoßen.

"Schätzen Sie mal" prangte in großen Lettern auf einem großen von den ver.di-Aktiven des Ortsvereins Stadthagen als "Bodenzeitung" bezeichneten Transparent. Zur Auswahl standen Aspekte der angespannten wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser. Hierzu informierte etwa Angela Schultjahn, ver.di-Gewerkschaftssekretärin, dass die Krankenhäuser in 2007 fünf Prozent Mehrausgaben in Höhe gehabt hätten, von den Krankenkassen in 2008 aber nur 0,14 Prozent mehr Geld bekämen. Auch seien in den vergangenen zehn Jahren rund 50 000 Pflegekräfte abgebaut worden, die Anzahl der Patienten sei in dieser Zeit aber deutlich gestiegen. Das Interesse der Flaneure an der "Bodenzeitung" war indes gering. Nur wenige befassten sich mit den Schätzaufgaben und suchten das Gespräch mit den ver.di-Mitgliedern. "Als Krankenkassenbeitragszahlerin bin ich natürlich interessiert an einen effektiven Gesundheitssystem", meinte die Passantin Kerstin Neuwirth aus Stadthagen. Die Krankenkassen und Bundesländer müssten daher an anderer Stelle sparen als bei den Krankenhäusern. Die Aktion werde allerdings wenig bringen, weil sie "die falschen Leute erreicht", befand die 43-Jährige. Die entsprechenden Entscheidungsträger seien schließlich nicht auf dem Stadthäger Marktplatz zu finden. "Ich finde das schon fürchterlich", kommentierte die Stadthägerin Martina von der Osten die Finanzsituation der Krankenhäuser, und kritisierte: "Unsere Politiker gucken zu sehr auf kurzfristige Dinge." Die Protestaktion sei "sicherlich richtig, aber den Erfolg vermag ich nicht einzuschätzen", sagte von der Osten. Sie sei aber eher "skeptisch, ob es was bringt". Als "äußerst beklagenswert" bezeichnete ein Familienvater, der namentlich nicht genannt werden wollte, die Finanzlage der Krankenhäuser. Sparzwang und Überlastung der Mitarbeiter seien aber Erscheinungen, die es in allen Branchen gebe.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt