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Für Greenpeace gilt: Was draufsteht ist drin

Wende? Welche Wende?

Greenpeace kann noch so sehr versuchen, sich von Greenpeace Energy und der Tochterfirma Planet Energy zu distanzieren – am Ende werden die Umweltschützer damit leben müssen, mit beiden Firmen in direkte Verbindung gebracht zu werden. Der Rintelner WGS-Ratsherr und Jurist Heinrich Sasse hat die Gründe dafür in einem einprägsamen Satz zusammengefasst: Wo Greenpeace draufsteht, ist auch Greenpeace drin. Was nichts anderes heißt als: Sollten die Windräder im Wesertal dereinst stehen und ein toter Seeadler zu ihren Füßen gefunden werden, dann werden die Umweltschützer moralisch dafür verantwortlich gemacht werden.

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Autor

Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite

Getrost ins Reich der Fabel verwiesen werden darf auch die Einlassung von Planet Energy, mit dem Bau der Windräder die Energiewende vorantreiben zu wollen. Die GmbH ist ihren Eigentümern und Investoren verpflichtet – und die wollen am Ende eine Rendite für ihr Kapital sehen. Überhaupt ist die Windkraftbranche bis heute den Nachweis eines tragfähigen Geschäftsmodells schuldig geblieben. Die meisten Investitionen in Windräder lohnen nur, weil der Betrieb der Anlagen aus der EEG-Umlage hoch subventioniert wird. Jener Umlage, die wir alle mit unseren Stromkosten zahlen und die zu einem sprunghaften Anstieg der Stromrechnung in allen Haushalten geführt hat – und das in Zeiten, da der Strom selbst an der Börse zu absoluten Tiefstpreisen gehandelt wird.

Darüber hinaus scheint mir der Begriff Energiewende für das, was wir derzeit erleben, völlig verfehlt. Der Begriff Wende suggeriert eine Umkehr um 180 Grad; tatsächlich aber werden letztlich im Interesse der Energiekonzerne die bisherigen Großanlagen wie Kernkraftwerke durch andere Großanlagen wie riesige Windparks oder Solarparks ersetzt. Diese Veränderung kann nur dann gelingen, wenn riesige Stromtrassen den im Norden zu viel produzierten Windstrom nach Süddeutschland befördern. Der Bau dieser Trassen ist höchst umstritten, die Verwirklichung der Pläne steht noch in den Sternen.

Eine richtige Kehrtwende sehe anders aus: weg von den wohl staatlich gewollten monopolartigen bundesweiten Konzernstrukturen hin zu lokalen und regionalen Versorgern, die vor Ort durch Blockheizkraftwerke, Kooperationen mit Industriebetrieben, kleinen Wind- und Solaranlagen, Wasserkraftwerken, Biogas- und Geothermieanlagen die Energieversorgung in die eigene Hand nehmen – natürlich unter Nutzung der nach wie vor großen Möglichkeiten zur Energieeinsparung.




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