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„Weltmusik“ im Hofcafé in Flegessen ist sehr beliebt

FLEGESSEN. „Weltmusik auf dem Dorf, das gibt es nur bei uns in Flegessen“, meinte ein Besucher. Zum zweiten Mal hatte die in Dörpe lebende US-amerikanische Musikerin und Friedensaktivistin Sue Sheehan zusammen mit vier ihrer Mitstudierenden die „Weltmusik“ organisiert.

Mit Sue Sheehan (vordere Reihe links): Omid Niavarani (von links stehend), Min Chen, Edgar Wendt, Mizgina Rengin (neben Sheehan). Die hannoversche Musikschullehrerin Min Chen und der persische Percussions-Spezialist Omid Niavarani begeistern das Publ

Autor

Christoph Huppert Reporter

Mit durchschlagenem Erfolg, denn in der Wanderscheune des Hofcafés war kaum noch ein Platz frei.

Mit Mizgina Rengin aus Kurdistan, Omid Niavarani aus dem Irak, der aus China stammenden Musikschulpädagogin Min Chen und dem in Somalia als Sohn eines Entwicklungshelfer-Ehepaares geborene Edgar Wendt stellte Sheehan vier außergewöhnliche Musiker vor.

„Sie nehmen alle zusammen mit mir an einem Aufbaustudiengang am Center für World Music in Hildesheim teil“, erklärte Sheehan. „Unser Master- Studiengang heißt Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung und hat momentan 27 Teilnehmer“, so Mizgina Rengin, die den Abend musikalisch eröffnete. Zusammen mit dem Percussionisten Omid Niavarani stellte die lebhafte Frau ebenso ungewöhnliche wie faszinierende Gesänge vor. Etwa ein Liebeslied im 9/8-Takt. „Dazu klatschen Sie am besten nach backe, backe, Kuchen“, verdeutlichte Rengin den Zuhörern den ungewöhnlichen Rhythmus.

Auch mit Liedern aus ihrer kurdischen Heimat und aus Afghanistan gewann die sympathische Kurdin schnell die Herzen der Zuhörer.

Die applaudierten dann nahezu frenetisch, als Omid Niavarani der kreisrunden großen persischen Trommel Klänge entlockte, hinter denen man ein ganzes Schlagzeug vermutet hätte. Der persische Percussions-Spezialist hatte erst in seiner Heimat, dann in Kiew studiert und zahlreiche Wettbewerbe gewonnen. Ein Studienabschluss allerdings war ihm von der iranischen Regierung verboten worden. „Er sucht noch ein Label für seine sensationelle Musik“, so Sheehan.

Ganz andere Klänge dann auf der chinesischen Harfe der hannoverschen Musikschullehrerin Min Chen. Sie lebt seit 2004 in Hannover und hat ihre in China begonnenen Studien an der hannoverschen Musikhochschule erweitert. In Flegessen stellte sie zudem einige Klavierkompositionen vor.

Das Quartett der Weltmusiker komplettierte Edgar Wendt, der sowohl mit Klarinettenklängen, vor allem aber mit seiner einzigartigen beatboxähnlichen Stimmakrobatik die Zuschauer begeisterte. Neben Obertonklängen stellte der junge Musiker auch Musik vom afrikanischen Kontinent vor.

„Es geht uns darum, den verbindenden, integrativen Charakter von Musik deutlich zu machen“, so Sheehan. Und Mizgina Rengin fügte hinzu: „Musik ist eine Sprache des Friedens, die zur internationalen Verständigung beitragen kann.“ Eine Tatsache, die allen Besuchern der zweiten „Weltmusik“ an diesem Abend auf eindrucksvolle Weise näher gebracht wurde.

„Vielleicht ist gerade unser Dorf dafür besonders gut geeignet, abseits von den großen Städten und vom Main Stream“, so auch Astrid Werner vom Hofcafé-Team.

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