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Neue Riemen für Wasserspiele: Transportbänder-Profis aus Hannover basteln für 77-Jährigen

Weltkonzern hilft in Tüftler-Kleingarten aus

Hülsede (nah). Ein weltweit agierender Konzern hat sich in einem Hülseder Kleingarten zu schaffen gemacht. Die Fachleute für Transportsysteme waren auf die von Walter Strohwald ausgetüftelten Wasserspiele aufmerksam geworden. Der heute 77-jährige Tischler nutzt die Wasserkraft, um über kleine Transmissionsriemen verschiedene Miniaturen anzutreiben. Doch die Bauteile waren in die Jahre gekommen - das las Oliver Becker von der hannoverschen Firma Forbo Siegling in der Zeitung.

Ein Weltkonzern hilft dem Hülseder Walter Strohwald. Zufrieden b

Ein paar Monate gingen ins Land, bis Becker sich bei Strohwald mit etlichen Werkzeugen und Bauteilen anmeldete. Einen Tag lang wurde gemeinsam gewerkelt, bis das ganze System wieder wie in besten Zeiten funktionierte. Becker hatte jede Menge Riemen und Scheiben mitgebracht und dokumentierte die Aktion mit Bildern undÜbersichten. Was sich im Hülseder Garten als Spielerei vollzieht, ist für Becker und dessen Kollegen Alltag. Denn die Firma löst mit 1900 Mitarbeitern in drei Erdteilen mit Bändern, Riemen und Scheiben Transportprobleme aller Art. In der Textilindustrie, bei Kuvertierung, Verteilung und Verpackung entstehen ganze "Straßen". Längst könnte sich das Strohwald schon einmal aus der Nähe betrachten. Aber die Einladung ins hannoversche Werk hat er aus gesundheitlichen Gründen bislang noch nicht angenommen. Viel lieber betrachtet er täglich das Werk seiner Gönner. Jetzt bewegen sich wieder flink die kleine Kreissäge und die Bandsäge, der Schleifstein und die Bohrmaschine, weil sich von einem großen Wasserrad die Kraft dank eines breiten Riemens überträgt. Seinen Besuchern, die immer wieder einmalüber den Gartenzaun gucken, erzählt Strohwald dankbar von der unerwarteten Hilfe aus Hannover. Erst kürzlich war ein ganzer Chor aus Süddeutschland, der zufällig in Hülsede weilte, bei ihm zu Gast. "Ich hätte heulen können", freute er sich über deren Interesse. Dass sich nun aber statt Hartgummibändern und hölzernen Rollen modernste Polyurethan-Riemen und Kunststoffscheiben in seinem Garten drehen, erscheint ihm immer noch fast wie ein kleiner Traum. In den nächsten Tagen aber geht es tüchtig zur Sache: Dann wird die ganze Konstruktion abgebaut, um sie nicht der winterlichen Witterung aussetzen zu müssen. Im Frühjahr aber dürfen Spaziergänger und Zufallsgäste wieder einen Blick über den Gartenzaun werfen. Dann dreht sich auch "Anton" wieder, die Holzfigur, die fest mit einem weiteren kleinen Wasserrad verbunden ist. Dem hat die Firma Siegling nicht extra helfen müssen. DasWerk des alten Tischlers funktioniert immer noch reibungslos, weil es keines Transmissionsriemens bedarf.



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