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Behindertenbeauftragter bleibt für den neunjährigen Jungen am Ball und kämpft auf allen Ebenen

Welle der Unterstützung: Lukas will spielen

Haste (tes). Es gibt Hoffnung für Lukas Büschel, den schwerbehinderten jungen Torwart vom ETSV. Nach dem Zeitungsbericht ist er ein gefragter Mann, gibt Interviews beim NDR und freut sich, dass der Kreisfußballverbandsvorsitzende Marco Vankann Chancen für ihn sieht, mit seinen Freunden aus der F1-Jugend weiter Fußball zu spielen.

Spielt Lukas schon bald wieder auf dem Fußballplatz? Diana Büsch

Anfangs saß der Frust tief bei Lukas. Er wollte aufhören mit dem Fußball, nachdem ihr der Kreisfußballverband aus dem Team genommen hatte (wir berichteten). Doch die Unterstützung hat den Neunjährigen motiviert zum Weiterspielen. "Der ETSV soll eine Ausnahme-Ausnahmegenehmigung stellen", ist seine Mutter Diana Büschel optimistisch. "Dann würde ich sofort wieder mitspielen", bestätigte Lukas begeistert beim Training im heimischen Garten. Volle Rückendeckung erhält Lukas von Thomas Broich: "Als Mensch und in der Funktion als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Samtgemeinde Nenndorf bin ich schockiert, wie die in der Fußballjugend des ETSV Haste vorbildlich gelebte Integration eines körperbehinderten Jungen vom Verband und einem feigen Anonymus mit Füßen getreten wird", sagt der Polizist und Ex-Fußballtrainer. Dem Verfasser des anonymen Briefes wünsche er die Erkenntnis, "dass es nicht nur um Punkte und Platzierungen geht". Die Vereine spielten eine wichtige gesellschaftliche Rolle, förderten das Miteinander. Lukas sei seit Jahren trotz seines offensichtlichen Handicaps fester Bestandteil der Mannschaft. "Auch dieses Jahr ist vom ETSV offiziell eine Ausnahmeregelung beantragt worden", erklärte Broich. Diese Saison gebe es im Verbund mit dem TUS Riehe jedoch zwei F-Jugend-Mannschaften. Die Statuten legten fest, dass der ältere Jahrgang die 1. Mannschaft stellt: das F1-Team von Lukas. Der Haken: Eine weitere Regel des Verbandes schreibe vor, dass Spieler mit Ausnahmegenehmigung in der 2. Mannschaft (F2) einzusetzen sind, so Broich weiter. "Trainer und Eltern der F1 haben aber bewusst entschieden, Lukas dort spielen zu lassen, weil er integriert ist und in der F2 niemanden kennt." Der ETSV habe mit Repressionen gerechnet: "Als erkennbar wurde, dass die "Regelwidrigkeit" geahndet werden würde, bot der Trainer dem Verband an, sich ein Bild von Lukas zu machen, um auszuschließen, dass dessen Einsatz für die Konkurrenz einen Nachteil bedeuten würde. "Das Angebot dieser Prüfung wurde nicht angenommen", entlastet Broich den Trainer. Dieser habe durch "pragmatisches und uneigennütziges Handeln" die Worte "Partizipation und Integration mit Leben erfüllt." Broich strebt eine schnelle Lösung an. Er will die Sache im Kreisbehindertenrat und nötigenfalls mit dem Landesbehindertenbeauftragten besprechen. "Die Zustimmung der Eltern des Jungen und der Beteiligten des Vereines habe ich." Fakten

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