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„Welcome Board“: Flüchtlingsmusik im münderschen Klassenraum

BAD MÜNDER. Fast sieht es so aus, als würde Walid Amer mit seiner Oud verschmelzen, während er die Saiten bei einem Vorspiel vor den Kindern der Grundschule Bad Münder virtuos zupft. Seit 40 Jahren begleitet das gitarrenähnliche Instrument den Musiker und es gehört untrennbar zu seiner Lebensgeschichte.

Die Schüler der Grundschule Bad Münder musizieren gemeinsam mit Walid Amer, der mit seiner Oud, einem Saiteninstrument, den Ton vorgibt. Foto: Grundschule

Von dieser erzählt Amer ausführlich den Dritt- und Viertklässlern und ihren Musiklehrkräften Katharina Schwabe und Matthias Brodtmann.

1966 wurde der Musiker in Kuwait geboren, in Syrien wuchs er auf. Mit vielen Bildern berichtet er von der Vielfalt und den Schönheiten seiner Heimat, erwähnt aber auch die Kriegsereignisse und die Flucht nach Europa, die ihn und seine orientalische Musik hierhergeführt haben. Eine bewegende Geschichte. Die Kinder fragen nach, lauschen den ungewohnten Klänge der Oud. Andere Kinder sind wiederum hocherfreut, „ihre“ Musik zu hören, denn einige sind wie Amer vor einiger Zeit aus der Region geflüchtet und nun in Bad Münder zuhause.

Integration über Musik:
Projekt „Welcome Board“


Genau diese Form der Begegnung ist es, die sich das vom Musikland Niedersachsen initiierte Projekt „Welcome Board – Zu Gast im Klassenzimmer“ auf die Fahnen geschrieben hat. Unterstützt vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur besuchen geflüchtete Musiker ausgewählte Schulen, um den Schülern hautnahe Begegnungen mit ihrer Musik, ihren Instrumenten und Biographien zu ermöglichen. Schwabe und Brodtmann haben den Besuch von Amer in ihren Klassen vorbereitet, die auch gemeinsam mit Amer musizieren, was für Begeisterung bei Amer, seiner dolmetschenden Tochter und dem Publikum sorgt. Eine Begegnung, die bei den Schülern neben einer bewegenden Biographie auch Freude an der gemeinsamen Musik hinterlässt.



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