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Welche Haltestellen die Bürgerbus-Fahrgäste nutzen

BAD MÜNDER. Immer häufiger merken die Macher nun auch die kleinen Schattenseiten des Erfolgs: 56 Fahrgäste musste der Bürgerbus zwischen April und September wegen Überfüllung stehen lassen, allein im August waren es 27. „Wir haben eben nur acht Plätze“, sagt Bürgerbus-Chef Jan Lababidi – „wenn dann nur zwei frei sind, aber drei Leute draußen stehen, passiert das.“

Die Zahlen von Januar bis September 2017 zeigen, wo die Bürgerbus-Fahrgäste am häufigsten ein- und ausgestiegen sind. GRAFIk: Beyer
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Für die Betroffenen und den Bürgerbus-Fahrer sei eine solche Situation „einerseits ärgerlich“ – andererseits „ist es ja auch positiv, dass wir ausgelastet sind.“ Eine Auswertung der Fahrgastzahlen, die für 2017 bislang für die ersten drei Quartale vorliegen, lässt erahnen, wofür die meisten Münderaner das Angebot nutzen: Sie steigen um – und sie kaufen ein. Auf Platz 1 ist mit 5140 Ein- und Ausstiegen der Halt „Verbrauchermarkt“ am Rohmelcenter: „Dort steigen viele Fahrgäste um, die von dort andere Buslinien in die Umgebung nutzen“, weiß Lababidi. Aber auch zum Einkaufen nutzten viele den Bürgerbus-Stopp. Kleiner Trost für die Innenstadt: Auf Platz 3 folgt die Haltestelle „Feuerteich“ mit 3088 Nutzungen: „Das sind viele, die von dort ins Zentrum gehen.“

Auf der Rangliste rund um die beiden Einkaufshaltestellen liegen mehrere Ziele, an denen Lababidi den Erfolg des Modells Bürgerbus misst: Der Deisterbahnhof auf Platz 2 (4834 Ein- und Ausstiege) sowie drei Kliniken auf den Plätzen 4 bis 6. Das Ziel, Bahnhof, Innenstadt und Deisterhang zu verbinden, sei dadurch belegt, glaubt Lababidi.

Fahrgaststärkster Monat war in den ersten drei Quartalen übrigens der August mit 1859 Nutzern. Der Wert hängt aber auch immer von den tatsächlichen Betriebstagen ab: Der August war auch der erste Monat, an dem der Bürgerbus sonnabends gefahren ist. 190 Fahrgäste kamen im Premierenmonat nur an diesem Tag zusammen, im September waren es schon 326.

Die Neuanschaffung eines Ersatzfahrzeuges (wir berichteten) zieht für die Bürgerbus-Macher im neuen Jahr übrigens noch weitere Umplanungen mit sich. „Wir müssen die Garagensituation ändern“, sagt Lababidi. In der Scheune in der Innenstadt gebe es Probleme beim Rein- und Rausfahren. Dort soll künftig das Ersatzfahrzeug parken: „Wir suchen in der Kernstadt eine Möglichkeit, den Bus unterzustellen.“ Zufriedenstellend ist dagegen die Fahrersituation: „Wir hatten zuletzt keine Probleme, Verstärkung zu bekommen“, freut sich Lababidi.

Eine Perspektive für den Ausbau der Fahrgastzahlen sieht Lababidi in jedem Fall in Richtung Springe: „Da gibt es ja nun seit einiger Zeit kein Krankenhaus mehr.“ Doch die Deister-Süntel-Klinik als nahe Alternative hätten viele Springer noch nicht für sich entdeckt: „Dabei ist man vom Springer Bahnhof mit der S-Bahn und unserem darauf getakteten Bürgerbus in weniger als 30 Minuten dort.“

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