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Wehrpflicht: Bartling schilt SPD

Landkreis (ssr). Heftige Kritik an seiner eigenen Partei hat der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, der frühere niedersächsische Innenminister Heiner Bartling (SPD), in Sachen Wehrpflicht geübt. Bei der Beschlussvorlage für den kommenden SPD-Bundesparteitag "kriege ich die Krise", sagte Bartling gestern vor Journalisten in Stadthagen.

Beim Thema Wehrpflicht müsse man konsequent erkennen lassen, ob man sie beibehalten oder abschaffen wolle. "Die Beschlussvorlage spiegelt aber eine äußerst unentschlossene Haltung wieder nach dem Motto: ,Wir wissen zwar nicht was wir wollen, aber das mit ganzer Kraft' ", bemerkte der Steinberger Landtagsabgeordnete. Er sei seit langem alsüberzeugter Verfechter der Wehrpflicht bekannt und wolle für diese Position auf dem Parteitag auch kämpfen, kündigte er an. Dem von Befürwortern der Abschaffung oft genannten Argument angeblich kaum noch vorhandener Wehrgerechtigkeit setzte Bartling entgegen: "Immer noch werden rund 80 Prozentder gesunden Männer eines Jahrgangs entweder zur Wehrpflicht oder zum Ersatzdienst herangezogen." Als Begründung für sein Festhalten an der Wehrpflicht nannte Bartling, die Armee müsse "ein Spiegelbild der Gesellschaft" sein. Was passieren kann, wenn man diese Grundhaltung aufgebe, sei etwa in Großbritannien zu beobachten: "Da wirbt die Armee Berufssoldaten schon in Gefängnissen an." Zudem sei zu befürchten, so der Ex-Innenminister, dass es vergleichsweise leichter falle, "Berufssoldaten in irgendwelche Einsätze zu schicken". Eine solche Veränderung wolle er aber nicht, betonte Bartling.



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