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Der 55-jährige Gerd Wischhöfer (SPD) aus Pollhagen liebt die Natur und seine Heimat

Wegweiser zum Bürgermeisteramt

Samtgemeinde Niedernwöhren (vin). Gerd Wischhöfer wandert die Wilhelm-Busch-Route entlang. In Pollhagen bleibt er am Wegweiser stehen, dreht sich um, blickt in den Schaumburger Wald und atmet tief ein. „Hier habe ich meine Kindheit verbracht. Das ist einer meiner Lieblingsplätze in der Samtgemeinde.“

An der frischen Luft, in der Natur sucht der Kandidat auf das Bürgermeisteramt in der Samtgemeinde den Ausgleich zu seiner Arbeit als Kundenberater in der Sparkasse. Hündin Tallie ist häufig dabei. Mit jedem Fleck im Wald verbindet der 55-Jährige Kindheitserinnerungen. Sein Großvater war Waldarbeiter. Ihn hat Gerd Wischhöfer als kleiner Bub häufig begleitet. Mit Nachbarsjungen hat er mit den Dingen gespielt, die einem die Natur zur Verfügung stellte – alles war damals ein großes Abenteuer.

Die Verbundenheit zur Natur ist bis heute geblieben. Jeden Winter geht der Pollhäger mit ein paar Freunden aus der Nachbarschaft in den Wald, um Bäume zu fällen. Im Team besorgen sich die Männer Holz für ihre Öfen. Zusammenhalt wird in der Gemeinde Pollhagen groß geschrieben. Das mag Gerd Wischhöfer an seinem Heimatort.

Auch in seinem Familienleben wird Wert auf Tradition gelegt. Einmal im Jahr treffen sich die Wischhöfers bei einem anderen Familienmitglied. Es geht reihum. Wischhöfer: „Wir sind immer um die 25 Personen. Und derjenige, der das Treffen im kommenden Jahr ausrichtet, bekommt ein Schild mit der Aufschrift ‚Familie Wischhöfer‘ mit nach Hause. Wie ein Wanderpokal“, erklärt er.

Traditionell ist auch die Küche. Gute Hausmannskost steht bei der vierköpfigen Familie an erster Stelle. Die gute Fee in der Küche ist Ehefrau Ilona. Abends essen sie zusammen, damit bei all der Arbeit das Zusammensein nicht zu kurz kommt.

Und Freizeit ist ein Gut, von dem im Leben des Gerd Wischhöfer nicht allzu viel vorhanden ist. Ratsmitglied in Pollhagen, SPD-Fraktionssprecher in der Samtgemeinde, Ausschussmitglied, Vorsitzender des Städte- und Gemeindebundes in Schaumburg: Die Reihe der Tätigkeiten neben seinem Hauptberuf könnte an dieser Stelle noch weitergeführt werden.

Und dennoch strebt der 55-Jährige nach einem Amt, das ihm noch weniger Freizeit lässt. Warum? „Ich habe schon länger Ambitionen, Samtgemeindebürgermeister zu werden“, antwortet Wischhöfer. „Ich denke es ist an der Zeit, dass mal ein Nicht-Verwaltungsmensch dieses Amt bekleidet.“

Von den drei Kandidaten ist er der Einzige, der nicht in der Verwaltung beheimatet ist. Ein Nachteil? „Als Politiker bin ich gut vernetzt und als Fraktionssprecher arbeite ich bereits eng mit den Mitarbeitern im Rathaus zusammen.“ Ganz fremd seien ihm die Abläufe dort nicht. Dennoch bestehe aus seiner Sicht Nachholbedarf. Wischhöfer: „Verwaltung, Politik und Bürger sollten mehr Schnittstellen haben.“

Als SPD-Mitglied und einziger Kandidat mit Parteibuch sieht der 55-Jährige für sich keine Nachteile. „Von Vorteil ist hingegen, dass ich einer der großen Parteien im Rat angehöre“, betont der Pollhäger.

Sein Ziel lautet 40 Prozent plus X. Eine Konsequenz aus seinem Wahlsieg wäre, dass der Sparkassenangestellte nach fast 40 Jahren seinen Schreibtisch in der Geschäftsstelle in Stadthagen räumen muss. „Das würde ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge machen.“ Mit seinem Arbeitgeber sei das Szenario bereits abgesprochen. Und auch die Familie steht hinter seinen Ambitionen.

Vor dem wichtigen 20. Januar wird der 55-Jährige noch häufiger die Ruhe im Schaumburger Wald suchen. Und der Wegweiser könnte nach der Wahl an Symbolkraft gewinnen.




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