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Beschaffungsverband Obernwöhren sichert langfristige Versorgung

Wasser das Methan austreiben

Obernwöhren (jl). Einen in der Schaumburger Wasseraufbereitung ganz neuen Weg geht in diesen Tagen der Wasserbeschaffungsverband Obernwöhren. Mit einem so genannten Riesler ist er dabei, immer wieder aufgetretenen Versorgungsengpässen ein Ende zu machen. Der eigens für Obernwöhren entwickelte Riesler soll das reichlich vorhandene Wasser von einer unangenehmen Begleiterscheinung befreien: Methan. Im kommenden November soll die neue Technik betriebsbereit sein.

Der Riesler wird mit Maschinenkraft in sein neues Zuhause gehiev

Verbandsvorsteher Wilfried Bartels und Mitstreiter waren in den vergangenen Jahren mit etlichen Problemen konfrontiert, jetzt wird das letzte auf der Liste beseitigt. Im heißen Sommer 2003 traten nach und nach einige Macken im System hervor. Kritisch wurde es immer, wenn die Bornau-Quelle im Nachschub nachließ und der Verband auf seine Tiefbrunnen zurück greifen musste. Dann wurde das kühle Nass gelinde gesagt trübe und bekam einen nicht besonders appetitlichen Beigeschmack. Deshalb wurden als erstes die defekten Eisen- und Manganfilter durch neue ersetzt. Bei den vorbereiteten Arbeiten -Spülungen des Rohrnetzes -wurden im Wasser Kolibakterien festgestellt. Zusätzlich zu den Filtern musste deshalb eine Anlage angeschafft werden, die das Wasser vorsorglich mit UV-Strahlen "reinigt". Dieses Investition hat laut Bartel rund 180 000 Euro gekostet. Dann war da noch das Problem mit Geruchs- und Geschmacksbelästigungen. Als des Übels Ursache wurde bei Untersuchungen das Wasser aus dem Brunnen 1 ausgemacht, der nach den Worten des ehrenamtlichen Verbandsvorstehers und langjährigen Chef der Stadtwerke Bückeburg der leistungsstärkste Wasserlieferant der Obernwöhrener ist. Sobald der Brunnen vom Netz genommen worden war, sei Schluss mit dem Geruch gewesen. Die Laborwerte einer umfangreichen Untersuchung im Jahr 2005 gaben demÜbel eine klare chemische Definition: Es heißt Methan und kommt in einer Menge von 30 Milligramm pro Liter. Der Verband schaltete auf Anraten seiner Fachverbände die Universität Harburg ein. Die Fachleute schlugen vor, mittels des Rieslers das Wasser aus dem Brunnen 1 zu entgasen. Das wurde im vergangenen Jahr in einem einmonatigen Feldversuch mit einem Versuchssriesler getestet. Ergebnis: Die Theoretiker hatten mit ihrer Aussage recht, wonach das Gerät mehr als 90 Prozent des Methans aus dem Wasser treibt. Der Riesler wiederum bewirkt, dass das Trinkwasser optimal von Eisen und Mangan befreit wird. Danach hat der Wasserbeschaffungsverband den Auftrag für den eigentlichen Riesler vergeben. Dieser wurde jüngst mit einem Spezialkran in sein künftiges Gehäuse gehievt. In dieser Woche beginnen laut Bartels die Installationsarbeiten. Das jetzige Investitionsvolumen beträgt rund 155 000 Euro. Trotz der großen Ausgaben in den vergangenen Jahren wird sich der Wasserpreis für die Obernwöhrener Kunden nicht erhöhen, da die Kosten durch Einsparungen an anderer Stelle aufgefangen werden.

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