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Eilser Wehrübt in der Parkresidenz / Auf Hydranten mit Absicht verzichtet

Wasser 550 Meter weit gepumpt

Bad Eilsen (sig). Martinshörner ertönen aus allen Richtungen. Blaulichter blinken, wohin das Auge schaut. Und viele Fußgänger blicken erschreckt um sich. Aus ihren Augen liest man die Frage: "Wo brennt es?" - Dieses Bild bot sich am Donnerstagabend im Ortskern von Bad Eilsen.

Auch die Fahrer einiger Einsatzwagen schienen anfangs nicht ganz im Bild zu sein, wohin sie mussten. Die Einsatzleiter Hartmut Krause und Andreas Mohr erlebten, dass sich etliche Alarmsignale eher entfernten, als dass sie näher kamen. Prompt liefen per Funk Nachfragen auf. Zwei Wagen der Eilser Wehr waren die ersten vor Ort, aber sie hatten auch den kürzesten Weg. In knappen Abständen trafen danach sieben Löschfahrzeuge und Mannschaftswagen aus der Samtgemeinde bei der Parkresidenz ein. Das Seniorenheim liegt zwischen Julianenstraße und Harrlallee. "Es sind schon etliche Jahre her, dass wir hier geübt haben", sagte Ortsbrandmeister Andreas Mohr. Da müsse man sich wieder einmal mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Die Aufgabe: Im zweiten Stock des Hauses ist ein Fernseher implodiert. Eine Station muss geräumt werden. Die Wasserversorgung muss wegen des Ausfalls des Hydrantennetzes durch Rohrbruch über eine lange Wegstrecke aufgebaut werden - und dazu noch bergan. Die Schlauchleitung verlief vom oberem Teil der Harrlallee bis zur Aue beim Tuffsteindurchbruch. Sie war 550 Meter lang. Auch die durch den Ort führende Landesstraße musste überquert werden. Aus beiden Richtungen konnte immer nur ein Fahrzeug darüber geleitet werden. Folglich kam es in beiden Richtungen zum Stau. Vier Feuerwehrleute drangen unter Atemschutz in den nordwestlichen Trakt des Gebäudes ein. Sie holten zwei Personen mit Tragetasche und Trage aus einem Raum. Dabei zeigte sich, dass die Außentreppe für den Liegendtransport zu schmal ist. Die anderen Bewohner wurden zunächst auf einem Balkon in Sicherheit gebracht. Beim Einsatz von Hydranten wäre ein Feuer, das sich nach dem Implodieren hätte ausbreiten können, sehr schnell gelöscht worden. Auch der Einsatz eines Tanklöschfahrzeuges wäre eine Hilfe gewesen. Unter den bewusst erschwerten Bedingungen eines Wasserrohrbruchs, der zum Ausfall der Hydranten führt, vergeht eine deutlich längere Zeit, bis aus mehreren Rohren gelöscht werden kann. Aber genau das wollte die Einsatzleitung testen. Nach 25 Minuten strömte das Auewasser den Berg hinauf zur "Brandstelle". Weil die Heimbewohner informiert worden waren, verlief deren Mitwirkung stressfrei. Sie empfanden den Einsatz als Abwechslung. Die Heimleitung lud die an derÜbung beteiligten 30 Blauröcke zu einem Imbiss ein.




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