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Was kommt zuerst, Herr Landrat?

Bad Münder/Hameln. Erste Male werden für Tjark Bartels in den kommenden Wochen und Monaten die Regel, nicht die Ausnahme sein. Angefangen hat es bereits: Das erste Mal bei der Weserbergland AG, das erste Mal im Mittelpunkt der Personalversammlung der Kreisverwaltung, das erste Mal Kontakt als neuer Landrat mit Vertretern von Parteien, Verbänden und Institutionen, das erste Mal ein Termin in Raum 1H09 des Kreishauses. Dort stellte sich Bartels gestern den zahlreich erschienenen Pressevertretern vor und erläuterte seine ersten Schritte im neuen Amt.

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„Ich bin ausgesprochen gut aufgenommen worden. Es ist leicht, hier anzukommen“, schildert der neue Landrat erste Eindrücke seines ersten Arbeitstages im Kreishaus. Viele, mit denen er ab sofort zusammenarbeiten werde, kenne er noch gar nicht. Sein Terminplan allerdings wächst von Tag zu Tag, und daher ist er außerordentlich dankbar für die Hilfestellung, die ihm im Haus gegeben wird. „Ich fühle mich gut begleitet.“

Bartels macht aber auch deutlich, dass er die Kreisverwaltung nicht komplett umkrempeln wird. Größere Veränderungen in der Organisationsstruktur und im Personal sieht er zunächst nicht als notwendig an. Das Dezernatssystem sei erst in diesem Jahr angepasst worden, er empfinde die Veränderungen als außerordentlich sinnvoll – kein Grund für Veränderungen. In den kommenden Tagen werden für Bartels viele Gespräche mit leitenden Mitarbeitern im Mittelpunkt stehen, außerdem läuft das Tagesgeschäft – und auch da wird sich der neue Landrat einbringen, Aufgaben und Termine übernehmen.

Zu den ersten Themenkomplexen, mit denen er sich inhaltlich auseinandersetzen muss, gehört der Kreishaushalt. „Dafür haben wir nicht viel Zeit. Der Entwurf liegt vor, doch wenn wir ihn im Dezember beschließen wollen, ist der Zeitplan eng.“ Ein weiteres Thema, das Bartels möglichst schnell angehen will: den großen Komplex öffentlicher Nahverkehr. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, dass aus seiner Sicht die Existenz von drei parallel arbeitenden Verkehrsgesellschaften im Landkreis – die Hamelner KVG, das kreiseigene Busunternehmen VHP und die Stadtwerke Bad Pyrmont – nicht sinnvoll sei. Jetzt stehen erste Gespräche an. Weitere Themenkomplexe: das Schulkonzept, mit dem der Landkreis sich für die Zukunft aufstellen will. Dabei gehe es um namhafte Investitionen. „Wir werden Richtungsentscheidungen treffen“, so Bartels.

In den kommenden Wochen wird sich der neue Landrat auch zu Antrittsbesuchen bei den (Ober-)Bürgermeistern im Landkreis anmelden. Mit Bad Münders Verwaltungschef Hartmut Büttner hat sich Bartels gleich für den kommenden Montag verabredet.

Deutliche Worte fand der neue Landrat auch zum Vorschlag, die KGS Bad Münder nach seinem ermordeten Vorgänger zu benennen: „Es steht außer Zweifel, dass eine öffentliche Einrichtung nach Rüdiger Butte benannt wird. Wir werden nach angemessener Frist – üblich ist mindestens ein Jahr – mit der Familie Butte und der Politik über das Thema sprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nicht etwas finden, das der Kreistag nicht einstimmig befürworten kann.“jhr

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