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Gemeinderat beschließt einstimmig: Schützengilde bekommt für ihre Jugendarbeit eine Schießanlage

Was gibt's Schöneres, als dem Verein zu helfen?

Buchholz (tw). Der Rat Buchholz spendiert der Schützengilde für Zwecke der Jugendarbeit eine neue Schießanlage: Allerdings nicht, wie zunächst angekündigt, in der Laser-, sondern in der Elektro-Variante, nicht für 8000, sondern für - maximal - 3000 Euro. Den entsprechenden Beschluss, der im Vorfeld für Wirbel gesorgt hatte, fassten die Politiker unter Vorsitz von Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) während der jüngsten Zusammenkunft im Gemeinschaftsraum an der Bückebergstraße einstimmig.

Begründung Krauses: "Die Schützengilde ist der einzige Verein, den wir in Buchholz haben. Die Gilde holt die Jugendlichen von der Straße, und wir haben noch dazu ein hervorragendes Verhältnis zu ihr." Vize-Bürgermeister Klaus Kappmeier (SPD) sieht's ebenso: "Wir als Gemeinde haben das Geld - was gibt's also Schöneres, als damit einen heimischen Verein zu unterstützen?!" Schade sei nur, dass es mit der Anlage nicht mehr zum Jubiläum geklappt hat. Im Vorfeld des Votums hatte Heinz Meier dem Rat erläutert, warum eine "Elektronische Schießanlage" (Kosten: 2456 Euro inclusive Zubehör) für den Verein so wichtig ist: "Liegt keine Sondergenehmigung vor, dürfen Jugendliche erst ab dem Alter von zwölf Jahren - scharf - schießen", erinnert der Chef der Schützengilde. Das aber habe zur Folge, dass die Gilde an den potenziellen Nachwuchs im Ort erst spät heran komme; wenn sich die Zwölfjährigen zu diesem Zeitpunkt bereits in einem anderen, auswärtigen Verein engagieren, sei es vielfach sogar zu spät. Beim Üben mit einer "Elektronischen Schießanlage" respektive einer Gewehr-"Attrappe" entfalle die Altersbeschränkung dagegen; besagte Attrappe lasse sich wie ein normales Gewehr handhaben, mit dem Unterschied, dass kein scharfer Schuss breche. Dass die Gilde die Elektro- statt der Laser-Variante favorisiert, liege daran, dass ein Laserstrahl gerade für Jugendliche eine unnötige Gefahrenquelle darstelle. Die Schützen in Bad Eilsen und die Kyffhäuser in Steinbergen hätten mit ihren Anlagen bereits seit Jahren gute Erfahrungen gesammelt. Auch diejenige, die Buchholz jetzt anschaffen will, sei ein "Multitalent". Meier: "Weil sie in einen Koffer passt und die Distanz zur Scheibe noch dazu frei einstellbar ist, kann sie fast überall aufgebaut werden." Komme hinzu: Die "Elektronische Schießanlage" sei sehr genau. Mit wenigen Handgriffen "scharf" umgerüstet, könnten sie auch Sportschützen nutzen, um damit Fehler beim Schießen auszumerzen; selbst fürs Kleinkaliber- respektive Pistolenschießen eigne sie sich. Dass die Anlage nun nur noch maximal 3000, statt maximal 8000 Euro kosten soll, liegt laut Krause an der "Fehlinformation eines Schützen", der die Kosten einer Laseranlage ihm gegenüber mit etwa 6000 Euro beziffert habe. Kritik nicht an der Sache als solcher, sondern an der Art und Weise, wie die Offerte an die Gilde zustande gekommen sei, kam denn auch von Frank Rinne (SPD): "8000 Euro wären eine Menge Geld gewesen." Außerdem, so Rinne: "Kein Ratsmitglied kann einem Verein, ohne den Rat als Ganzes zu konsultieren, im Alleingang irgendetwas versprechen - auch der Bürgermeister nicht." Krause hält dagegen: "Ich habe mich im Vorfeld sehr wohl erkundigt, ob es im Rat eine Mehrheit für das Geschenk an die Gilde geben würde - die gab es", so der Bürgermeister mit Blick auf die WiB/CDU-Gruppe. Fazit am Ende: Kontroverse beigelegt, Harmonie im Rat wieder hergestellt - und auch die Gilde ist zufrieden.

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