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Was es mit dem Lärm an der Bahnstrecke auf sich hat

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Der schrille Ton aus den Lautsprechern fährt in der Nähe stehenden Personen tief in den Gehörgang. Die Batterie aus Signalhörnern und Lichtquellen warnt Gleisbauarbeiter vor herannahenden Zügen. Rottenwarnanlagen oder auch Automatische Warnsysteme (kurz AWS) werden die Systeme genannt, denen die Gleisbauer ihr Leben anvertrauen. Rotten werden die Trupps von Gleisbauarbeitern genannt.

An der Bahnstrecke zwischen Springe und Hameln wird auf über zehn Kilometern Länge ein Gleisbett erneuert (wir berichteten). Schwerfällig schieben sich lange Stahlkolosse über die Schienen, Meter um Meter. Alte Holzschwellen werden herausgerissen und durch neue aus Beton ersetzt. Schienen werden getauscht. Mittendrin schuften Arbeiter – bei gleichzeitig laufendem Zugverkehr auf dem Nachbargleis. Bei der Bahn heißt das „Arbeiten unter rollenden Rädern“. Damit der enge Zeitplan eingehalten werden kann und der normale Zugbetrieb nicht zu lange gestört wird, wie Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst erklärt. Für die Arbeiter am Gleis sind die Rottenwarnanlagen lebenswichtig“, betont die Frau von der Bahn. Zudem sei der Einsatz der Geräte von der Unfallkasse vorgeschrieben.

Die Rottenwarnanlage macht im Ausgangsbereich der Lautsprecher einen Höllenlärm. Mehr als 120 Dezibel. Hinzu kommt die Blendwirkung der Stroboskoplampen. Schlägt die Anlage Alarm – zumeist durch einen mechanischen Schienenkontakt ausgelöst – müssen die Arbeiter ihre Beine in die Hand nehmen, sprich: sich in Sicherheit bringen.

Die Warnsysteme geben gruppenweise Alarm. Es gibt mehrere Signale mit unterschiedlichen Bedeutungen. Ein langer durchgezogener Ton zeigt an, dass sich im Nachbargleis Fahrzeuge nähern. Zwei lange nacheinander in verschiedener Tonlage erklingende Töne bedeuten „Gleis räumen“. Davor gibt es noch kurz hintereinander folgende Vorwarnungen (mindestens fünf) mit jeweils zwei kurzen Tönen in verschiedenen Tonhöhen.

An der hiesigen Bahnstrecke wird größtenteils tagsüber gearbeitet, selten nachts. Aus Lärmschutzgründen, wie Bauleiter David Schmitter von der Firma Wiebe aus Achim erklärt. Das Unternehmen ist von der Bahn für die Ausführung der Arbeiten beauftragt worden. Zwischen 10 und 30 Mitarbeiter seien auf der Baustelle beschäftigt.

Auf Gehörschutz bei ihrer Arbeit im extrem starken Lärmpegel zwischen Presslufthammer und Bagger müssen die Gleisbauer dennoch nicht verzichten. „Einen speziellen Gehörschutz“, sagt Schmitter. Geräusche werden so gefiltert, dass der Signalton weiterhin zu hören ist.



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