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Warum in Bakede Kindergartenplätze fehlen

BAKEDE/BEBER. Bakede hat zu wenig Kindergartenplätze – das räumt auch die Stadt ein. Elternvertretern zufolge gibt es ab dem Sommer schon 15 Anmeldungen – aber nur fünf freie Plätze. Was bei Familien für Frust sorgt, ist im Rathaus Teil einer größeren Strategie.

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VON CHRISTIAN ZETT

Vor fünf Jahren war der Spielkreis Bakede mit seinen 40 Plätzen in zwei Gruppen aus dem alten Pfarrhaus ausgezogen – und im Neubau als Kindertagesstätte unter kirchlicher Trägerschaft eingezogen. Wichtiger Unterschied Nummer eins: In der Kita gelten andere Standards in Sachen Betreuungspersonal.

Wichtiger Unterschied Nummer zwei: Immer noch werden hier 40 Kinder betreut – inzwischen sind aber 15 von ihnen in einer Krippengruppe für Unter-Dreijährige. Und es gibt nur noch 25 reguläre Kindergartenplätze. Es sei „für die Eltern schwer nachzuvollziehen, weshalb diese Entscheidung gefällt wurde“, sagt Kita-Stadtelternrat-Chefin Katharina Werner. Bis zum Umzug seien beide Gruppen „gut besucht“ gewesen.

Waren sie tatsächlich, bestätigt auch Elisabeth Borcherding, bei der Stadt Bad Münder verantwortlich für das Thema Kinderbetreuung in Einrichtungen. Die Überfüllung sei ein altbekanntes Problem – schon vor dem Umzug in den rund 650 000 Euro teuren Neubau: „Auch die 40 Plätze, die wir früher hatten, haben für Bakede eigentlich nicht ausgereicht.“

Dass man trotzdem einen Teil der Plätze für eine Krippengruppe opferte, habe auch mit Zuschüssen für den Neubau zu tun, die nur auf diese Weise geflossen seien, so Borcherding. Eltern, die in Bakede nicht unterkommen, verweist die Stadt deshalb ins etwa zwei Kilometer entfernte Beber: Dort habe man gleichzeitig eigens den Kindergarten (Träger: das DRK) in der früheren Grundschule ausgebaut und zwei altersübergreifende Gruppen geschaffen.

Laut Werner sind dort im neuen Kita-Jahr auch noch zahlreiche Plätze frei: Trotzdem sei die Situation ärgerlich – besonders für Kinder, die nach der Krippenzeit nicht in Bakede bleiben können. Auch Familien ohne Führerschein oder Auto seien so aufgeschmissen.

Borcherding verweist auf die Bemühungen der Stadt, Kindergartenplätze dort anzubieten, wo der Bedarf besteht. Rechtlich bezieht sich der Anspruch der Eltern aufs Stadtgebiet – es ist also rechnerisch egal, ob ein Platz in Nienstedt oder Beber angeboten werden kann.

Um das Prinzip lebensnaher zu gestalten, so Borcherding, orientiere man sich an den Grundschulstandorten: Und dort gehört Beber eben zur Schule in Bakede. „Optimal wäre natürlich ein Angebot in jedem Ortsteil“, sagt Borcherding – aber finanziell eben auch kaum leistbar.

Hoffnung auf eine Besserung gibt es nicht nur mit Blick auf die leeren Stadtkassen kaum: Pfarrhaus und Gemeinderäume in Bakede kommen baulich kaum für die Kita-Nutzung infrage – und solange die Stadt ihre Vorgaben erfüllt, dürfte auch sie selbst sich kaum in Handlungszwang sehen.

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