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Aktion der Bürgerstiftung: Ratsgymnasiasten befragen Altersgenossen zu deren Wahlverhalten

Warum gehen junge Menschen nicht wählen?

Landkreis/Stadthagen (jcp). 1370 Fragebögen haben die Schüler des Ratsgymnasiums Stadthagen ausgewertet, die unter der Federführung von Politik-Lehrer Hans Bünte das Wahlverhalten Jugendlicher in Schaumburg untersuchten. Die Erkenntnis: Gymnasiasten kennen sich offenbar besser aus und haben entsprechend mehr Vertrauen in Politiker.

Die Aktion geht auf eine Idee zurück, die schon längere Zeit bei den Mitgliedern der Bürgerstiftung Schaumburg präsent gewesen war. Diese fühlten sich regelrecht erschüttert von der niedrigen Wahlbeteiligung bei der vergangenen Landtagswahl - da waren gerade die jungen Leute ferngeblieben. "Wir dachten, es sei angemessen, dass nicht wir, sondern die Jugendlichen selbst sich damit beschäftigen", erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung Rudolf Krewer. Durch seine persönliche Bekanntschaft mit Lehrer Bünte kam es so zu dem Projekt, das zu großen Teilen von den drei Abiturientinnen Annika Müller, Isabel Scharunge und Michaela Seidel durchgeführt wurde. Diese drei waren es auch, die gestern im großen Sitzungssaal des Kreishauses die Ergebnisse referierten. Zu den Gästen zählten außer Vertretern der Schulen und der Verwaltungen des Landkreises auch der Schaumburger SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy. Die 21 Punkte umfassenden Fragebögen waren ab Klasse neun an allen Haupt- und Realschulen des Landkreises, den beiden berufsbildenden Schulen, zwei der Gymnasien und der IGS verteilt worden. Die Schüler sollten Aussagen wie "Ich glaube, dass ich durch meine Wahl Einfluss auf die Politik nehmen kann" nach dem Schulnotensystem von eins bis sechs bewerten. Auffälliger Trend dabei: Gymnasiasten schätzen ihr Wissen über Politik besser ein und zeigen generell weniger Politik-Verdrossenheit. Die Aussage "Ich gehe gut informiert zu einer Wahl" etwa bewerteten 25,7 Prozent der befragten Gymnasiasten, aber nur elf Prozent der Hauptschüler mit einer Eins. Die drei Referentinnen mutmaßten häufig Zusammenhänge zwischen der Qualität des Politik-Unterrichts der beiden Schulformen. Krewer kommentierte die These nach der Veranstaltung schmunzelnd: "Wir haben alle Gymnasien des Landkreises für heute eingeladen. Erschienen sind Vertreter zweier davon." Abschließend lobte Sebastian Edathy in einer kurzen Rede das Engagement der Schülerinnen. Dass Jugendliche häufig kein Interesse an Politik zeigten, weil sie das Gefühl haben, diese nehme sich ihrer Probleme kaum an, war eines der Ergebnisse, die der SPD-Politiker als "besonders aufrüttelnd" bezeichnete. "Hier müssen auch die Parteien überlegen, ob ein jährliches Treffen des Ortsvereins im Hinterzimmer eines Gasthauses ein attraktives Angebot für Jugendliche darstellt."




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