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Warten aufs freie WLAN

BAD MÜNDER. Freier Internetzugang gilt inzwischen als nicht unerheblicher Standortfaktor insbesondere für Städte, die sich um Besucher und Gäste bemühen. In Bad Münder wird seit einigen Jahren versucht, ein entsprechendes Angebot in der Innenstadt zu unterbreiten – bislang ohne Erfolg.

Freies Surfen zwischen Gradierwerk und Kurmittelhaus – die GeTour bietet über die Initiative Freifunk-Weserbergland den kostenlosen Zugang zum Netz. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Und auch der jüngste Vorstoß der Stadt ist zunächst ausgebremst worden. Die Idee, über das Projekt „WiFi4EU“ der Europäischen Union, ein Förderprogramm für Gemeinden, zu einer vorbildlichen Versorgung für den Innenstadtbereich zu kommen, war von der CDU in den Rat eingebracht und mit breiter Mehrheit verabschiedet worden. Kostenlose öffentliche WLAN-Hotspots auf Plätzen, in Bibliotheken, in Rathäusern und an anderen Orten von öffentlichem Interesse sollten eingerichtet werden können. Die Stadt beteiligte sich am Bewerbungsverfahren, das nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ aufgebaut war, und sah sich auf aussichtsreicher Position, einen der voraussichtlich mehr als 1100 Zuschläge zu erhalten. Pauschal 15 000 Euro sollte jede Gemeinde für die Beschaffung der WLAN-Ausrüstung und deren Installation erhalten. Doch schon bald nach der Bewerbung musste Bürgermeister Hartmut Büttner die Politik über eine wenig erfreuliche Entwicklung informieren – das komplette Verfahren war annulliert worden. Ein Fehler in der Software des Bewerbungsportals hatte eine Gleichbehandlung aller Gemeinden verhindert. „Im Herbst 2018 wird es eine neue Aufforderung zur Einreichung von Anträgen geben“, erklärt Büttner.

In Erwartung der möglichen Förderung durch das EU-Programm war auch der bisherige Vorstoß für die Innenstadt zunächst nicht weiterverfolgt worden. Die Wirtschaftsvereinigung hatte sich des Themas angenommen, im Blick dabei zunächst ein Modell, bei dem auf die Nutzung vorhandener Anschlüsse gesetzt wurde. „Das Problem dabei ist aber, genug Teilnehmer zu finden, um ein flächendeckendes Netz einrichten zu können“, sagt Michael Engel aus dem WV-Vorstand. Neben Anschlüssen der beteiligten Geschäftsleute müssten auch private Anschlüsse einbezogen werden können. Engel macht aber auch deutlich, dass die Aktivitäten in diesem Bereich zunächst auf Eis gelegt wurden, als die Bewerbung der Stadt um Fördermittel Thema wurde. Diskutiert wurde das Modell für die Innenstadt unter dem Stichwort Freifunk, und quasi als Modellversuch hatte die GeTour die Umsetzbarkeit ganz praktisch getestet. Mit den Ergebnissen dieser Tests ist Geschäftsführer Thomas Slappa durchaus einverstanden – im Bereich des Kurmittelhauses und des unteren Kurparkbereichs zwischen Musikmuschel und Gradierwerk ist die Signalstärke durchaus ausreichend, um mit mobilen Endgeräten im Internet zu surfen. „Gästen vor Ort freies WLAN anbieten zu können, gehört heute zum Standard. Es wird auch nachgefragt“, weiß Touristiker Slappa. Angeboten wird der Gratiszugang zum Internet von den frühen Morgenstunden bis in den Abend hinein – dann allerdings wird auch abgeschaltet.



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