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Staatsbad-Aufsichtsratsvorsitzende Hermenau zu Forderungen aus Bad Nenndorf: Sind kompromissbereit

Warten auf den Sommer: Land will Paketlösung

Bad Nenndorf (rwe). Das Land ist zuversichtlich, noch in diesem Sommer die Differenzen mit der Stadt weitgehend aus der Welt schaffen zu können. Das Finanzministerium will zu allen offenen Punkten mit der Stadt ein Gesamtpaket aushandeln. "Wir sind kompromissbereit", sagt Finanz-Staatssekretärin Cora Hermenau.

Trotz der Schlaglöcher bleibt die sanierungsbedürftige Poststraß

Gespräche gab es schon viele zwischen Vertretern des Landes und der Stadt Bad Nenndorf. Das jüngste stand kurz vor Ostern an. Für den Kurort mit am Tisch bei Staatssekretärin Cora Hermenau saßen Stadtdirektor Bernd Reese, sein Vertreter Heinrich Bremer und der stellvertretende Bürgermeister WernerTatge. Zu klären gab es einiges. Denn die Ratspolitiker wollen den vom geplanten Umbau der Rheuma-Klinik betroffen Bebauungsplan Wilhelmstraße nur im Sinne des Landes ändern, wenn das in einigen offenen Fragen nun Farbe bekennt. Offen ist die Beteiligung am Bau der vertraglich vereinbarten 100 neuen Parkplätze und an der Ölsanierung hinter dem Haus Kassel, offen ist auch die Reparatur der Poststraße oder die Zukunft des ehemaligen Freibadgeländes. Auch wenn das Treffen ohne ein konkretes Ergebnis endete, berichtet Hermenau auf Anfrage von einer "guten Atmosphäre" und einem "gemeinsamen Weg". Kurz nach ihrem Amtsantritt vor einem Jahr hatte sie schon einmal mit der Stadtspitze zusammengesessen, doch bewegt hat sich seitdem nicht sehr viel. "Die Stadt brauchte ihre Zeit, um sich zu positionieren", sagt Hermenau. Sie begrüßt die grundsätzliche Zustimmung zum Bebauungsplan. "Das ist ein gutes Ergebnis für uns. Und eine gut aufgestellte Klinik nützt auch der Stadt." Die damit verbundenen Forderungen will sie prüfen und daraus ein Gesamtpaket schnüren. Der Ball liege nun in ihrer Hälfte. "Wir sind kompromissbereit und werden zusammenfinden, auch wenn nicht jeder 100 Prozent erreicht", stellt die Aufsichtsratsvorsitzende vorne an. So hat sie beispielsweise keine Einwände, sollte die Stadt an der Kurhausstraße neben der Landgrafentherme ein Parkdeck bauen wollen. Für den Ölschaden hinter dem Haus Kassel sieht sie das Land zwar nicht in der Pflicht, will diese Frage aber ebenso in dem Paket beantworten wie die Sanierung der Poststraße. In der Sache seien die Überlegungen noch nicht zu Ende geführt, so Hermenau. Sie verweist darauf, dass die Stadt dort das Parkdeck plant und baulich tätig werden will. Vorher mache eine Reparatur keinen Sinn. Hermenau unterstreicht, dass es beiden Seiten darum geht, die Kurstadt als Gesundheitsstandort zu stärken und ihr das Prädikat Bad zu erhalten. Der Staatssekretärin schwebt vor, für die Naturmittel einen eigenen Geschäftsbereich zu gründen und für Tagesgäste gemeinsam mit der Stadt ein Wellnessprogramm mit Moor zu erarbeiten. "Das ist ein Wirtschaftsfaktor für die Klinik und die Stadt." Der Verkauf des Wincklerbades wertet sie als ersten Schritt auf dem Weg zu einem Gesundheitszentrum (wir berichteten). Stadtdirektor Reese will den Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwochüber das Ergebnis unterrichten. Die von Hermenau gegenüber der Presse gemachten Aussagen seien in der Runde nicht so deutlich gewesen. "Das würden wir aus Sicht Bad Nenndorfs begrüßen." Er erinnert daran, dass die Stadt die Initiative ergriffen habe. "Wir bemühen uns, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen." Er wisse, dass Bad Nenndorf im Ministerium nicht die erste Geige spiele, aber das Land trage für den Ort eine besondere Verantwortung. Auch sollten die Überlegungen in Hannover nicht von langer Dauer sein, so Reese. "Die Zeit läuft uns davon, wir müssen die Marschrichtungfestlegen." Themen wie die Parkplatzproblematik ließen sich nicht in einem Monat abschließen. Deshalb setzt er darauf, dass es noch vor der Sommerpause eine große Runde gibt, bei der dann auch die Vorsitzenden der Ratsfraktionen dabei sind. Ob das Land tatsächlich in wenigen Wochen einen konkreten Lösungsvorschlag auf den Tisch legt, will Hermenau nicht versprechen. Ihr liegt an einer seriösen Prüfung. "Ich hoffe aber, dass wir das bis zum Sommer hinkriegen", sagt sie auch mit dem Blick darauf, dass die Arbeiten im Moorbadehaus noch dieses Jahr beginnen sollen. Das Konzept hängt aber davon ab, ob die Rheuma-Klinik den gewünschten Anbau bekommt und der Rat städtebaulich auch der Glasbrücke über der Bahnhofstraße zustimmt. Was die Finanzen angeht, ist Hermenau guter Dinge. Die insgesamt zehn Millionen Euro würden abgesichert. "Wir müssen zwar noch in den Haushaltsausschuss", fügt sie hinzu. Dort rechnet sie mit einer Zustimmung. Die Sorge der Bad Nenndorfer Politiker, das Land könnte die Klinik nach dem Umbau und dem Auslaufen des Pachtvertrages im Jahr 2009 veräußern, kann sie indes nicht ganz zerstreuen. Sie betont aber: "Wir planen dies jedenfalls nicht." Ob das immer so bleibt, wisse heute niemand. "Die Verhältnisse können sich ändern", ergänzt die Staatssekretärin. Zur Forderung aus dem Bauausschuss, das Land sollte auch im Falle eines Klinikverkaufs eine immerwährende Abbaugarantie für die Brücke übernehmen, wollte sie sich denn auch nicht festlegen. Das werde sicher ein Teil in dem Gesamtpaket.

Staatssekretärin Cora Hermenau.
  • Staatssekretärin Cora Hermenau.


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