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Gov‘ t Mule rockt vor 750 begeisterten Fans das Capitol

Warren Haynes lässt den Bluesrock aus der „Gibson“ fließen

Er wurde vom „Rolling Stone“ bei der Wahl zu den 100 größten Gitarristen aller Zeiten auf Platz 23 gewählt – dass Warren Haynes seiner Stellung als Ausnahmegitarrist mehr als gerecht wurde, bewies der gebürtige US-Amerikaner beeindruckend während seines bejubelten Konzerts im Capitol.

„Don‘t you mind people grinnin‘ in your face – don’t mind people grinnin‘ in your face“ – andächtige Stille, als Haynes das zweiminütige a-cappella-Intro von „Grinnin‘ In Your Face“ anstimmt. Dass man ihn und seine Band „Gov’t Mule“ schon heute, neben Südstaaten-Legenden wie Lynyrd Skynyrd, den Allman Brothers oder Molly Hatchet, zu den „Best Southern Rock Bands Of All Time“ zählt, kommt nicht von ungefähr. Der 54-Jährige zelebriert den Southern Rock wie kaum ein anderer – schnörkellos, schweißtreibend, ehrlich.

Ohne Vorband, legt der Südstaaten-Vierer pünktlich um 20 Uhr los. Mit mehr als 20 Titeln, verteilt auf 150 Minuten, präsentiert die Band einen bluesigen, kraftvollen Mix aus der Ära „Warren Haynes“. Dass die Formation kein durchorganisiertes Konzert abliefert, dürfte jedem bekannt sein – man hat eher das Gefühl, sich mitten in einer Jam-Session wiederzufinden. Mit Bassist Jorgen Carlsson, Drummer Matt Abts und Keyboarder Danny Louis hat sich Haynes drei exzellente Musiker in seinen Mississippi-Rock-Liner geholt, die sich mit ihrem Mastermind glänzend auf der Bühne verstehen.

Mit Titeln aus seinem aktuellen Album „Shout!“ hält sich der Sechsaiten-Magier bedeckt, lässt mit „No Reward“, „Funny Little Tragedy“, „Forsaken Savior“ und „Scardes To Live“ gerade mal eben vier Songs aus seiner „Gibson ES-335 1961 CH“ fließen. Ungewöhnlich ist, dass die Stücke auf seinem neuen Longplayer gleich zweimal zu hören sind: einmal von der Band selbst, das andere Mal von befreundeten Kollegen wie Dave Matthews, Steve Winwood und Glenn Hughes.

Doch nicht nur auf seiner CD überrascht der Gitarrist/ Sänger seine Fans – mit außergewöhnlichen Interpretationen von „Norwegian Wood“, „The Other One“ und „Message In A Bottle“ stöbert er rockig, aber stilvoll in den Schatztruhen der Beatles, Grateful Dead und Police.

Der Schweiß läuft nicht nur bei den Musikern in Strömen, sondern auch bei den Konzertbesuchern, die bei gefühlten 40 Grad Celsius ein grandioses Konzert von vier hart arbeitenden Bühnenmusikern erleben. Eine nette Geste der Band: Den Fans wurde gestattet, Livemitschnitte des Auftritts für nicht-kommerzielle Zwecke zu machen und diese zu tauschen. Es gibt sie also doch noch – Musiker, die bei Liveauftritten nicht nur auf den finanziellen Erfolg schielen.




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