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2007 startete das Projekt Qualitätswanderweg Weserbergland – jetzt hoffen Initiatoren auf Zuschüsse

Wandern: Weiter Weg zum „Markenprodukt“

Weserbergland (wm). Weserbergland Tourismus e.V. in Hameln setzt wie die Tourismuskooperation Rinteln, Hessisch Oldendorf, Auetal und Aerzen in den neuen Prospekten auf Wandern im Weserbergland. So wird vor allem für den 200 Kilometer langen Weserberglandweg von Hannoversch Münden bis Porta Westfalica geworben. Leute, die sich in der Wanderszene auskennen, sagen, das sei im Grunde ein Etikettenschwindel, denn hier handle es sich um den alten „XW“, längst nicht mehr komplett ausgeschildert, mit teilweise irreführender Wegeführung.

Einen Weserberglandweg gibt es, den alten „XW“ &ndas

Das Problem sei, erläuterte Weserbergland-Tourismus-Geschäftsführerin Petra Wegener, der neue Weserberglandweg, der sogenannte „Premiumwanderweg“, 2007 projektiert, sei noch nicht Realität: „Aber wir sind nah dran.“ In dieser Woche soll es in einem Gespräch konkret darum gehen. Die Planung liege praktisch fertig in der Schublade, es fehle – wie so oft – am Geld.

Doch auch hier gebe es die Hoffnung, Fördergelder aus EU-Töpfen und vom Land Niedersachsen zu bekommen. Und dann gehe es noch um das Zukunftskonzept des Landes Niedersachsen, mit dem ebenfalls das Projekt abgestimmt werden müsse. Auch die Zweckverbände Naturpark Solling-Vogler und Weserbergland sind hier mit im Boot. Im neuen Weserberglandweg sieht Petra Wegener eine große Chance, zusätzlich Wanderer und damit Touristen ins Weserbergland zu locken.

Es gibt den Lieserpfad in der Vulkaneifel von Daun nach Wittlich – von Buchautor Manuel Andrak zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt –, aber das ist jetzt fast zehn Jahre her, den Rothaarsteig, der auf manchen Teilstücken über breite Pisten führt, und den Hexensteig im Harz – doch diese Wege haben die meisten Wanderer inzwischen abgelaufen. Also gibt es Bedarf nach neuen Zielen – und das kann der Weserberglandweg werden.

Das grundsätzliche Problem ist einfach: Wanderwege gibt es in Massen, aber nur sehr wenig wirklich gute, die auch nur ansatzweise mit dem Naturerleben in den Alpen mithalten könnten. Das Weserbergland ist zurzeit auf den einschlägigen Internetplattformen wie „Wanderbares Deutschland“ und anderen noch ein weißer Fleck. Hier findet man in Niedersachsen als Top-Weg nur den Herrmannsweg auf dem Kamm des Teutoburger Waldes.

Zurzeit, war zu hören, hakt es beim Weserberglandweg bei der Streckenführung noch an Start- wie Zielpunkt. Losgehen soll der Wanderpfad in Bad Karlshafen, das liegt im Hessischen, und dort muss noch eine geeignete Streckenführung erfunden werden.

Das Gleiche gilt für die Etappe von Rinteln bis Porta Westfalica. Doch das dürfte eigentlich nicht so schwierig sein – immer auf dem Kamm lang. Hier ein Haken: Die Weserüberquerung auf der viel befahrenen Bundesstraße.

2007 hatte das Ingenieurbüro-Umwelt-Institut in Höxter den Auftrag übernommen, eine Route für einen 140 Kilometer langen Qualitätswanderweg von Hannoversch Münden (von Bad Karlshafen war damals noch nicht die Rede) über Rinteln bis Porta Westfalica zu finden – es war ein 100 000-Euro-Projekt. Heike Jandt und Silke Erdmann haben sich die Wanderschuhe angezogen und sind mit Digitalkamera und Computer im Rucksack als Wegfinderinnen, geschult vom Deutschen Wanderverband, die Strecken abgelaufen. Im Vorjahr lag das Ergebnis vor.

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