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Wahlkampf in Bad Münder: Acht wollen in den Bundestag

BAD MÜNDER. „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat“, das wusste schon der große Loriot“ – „dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen“. Diese These können die Münderaner in den kommenden Monaten ausführlich testen.

Das Reichstagsgebäude in Berlin: Hier kommt der Bundestag zu seinen Sitzungen zusammen. Foto: kiPiX/pixelio.de
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Denn mit dem Ende der Sommerferien laufen sich die Parteien warm für den Bundestagswahlkampf – und danach geht es direkt weiter mit der Landtagswahl.

Heute wird in Hameln erst mal entschieden, für wen sich die Münderaner am 24. September bei der Bundestagswahl entscheiden können. Der Wahlausschuss des Landkreises muss die von den Parteien nominierten Kandidaten prüfen. Werden alle abgesegnet, stehen acht Namen auf den Wahlzetteln für den Wahlkreis 46 Hameln-Pyrmont/Holzminden.

Bei der Stadt hält sich der Aufwand momentan in Grenzen: Viele der Arbeiten, die etwa bei der Kommunalwahl anfielen, werden zur Bundestagswahl auf höheren Ebenen erledigt. Im Fokus der münderschen Verwaltung steht etwa das Wählerverzeichnis, wie der zuständige Bereichsleiter Tobias Pischel erklärt.

Die Parteien, sie laufen sich langsam warm für den kommenden Wahlkampfmarathon. Man dürfe theoretisch schon seit dieser Woche plakatieren, erklärt SPD-Chef Uwe-Peter Keil. Das sei aus seiner Sicht aber zu früh; er peilt den August an – wenn die Wähler von der Stadt in Sachen Wahlbenachrichtigungen angeschrieben werden.

Planungen laufen bei den Sozialdemokraten aber schon jetzt: Die Helfer holen die Genehmigungen für Infostände ein und gucken sich Standorte für Großplakate an. Dabei haben sich aus Sicht von Keil vor allem Orte mit hohem Verkehrsaufkommen bewährt: Etwa der Bereich der Bundesstraßen in Hachmühlen.

Keil weiß, dass die Belastung durch Bundes- und Landtagswahl innerhalb weniger Monate groß ist für die Ehrenamtlichen. Er zählt dabei auch auf die Jusos, die Nachwuchsorganisation: Im Gegensatz zu den anderen Parteien kann die SPD hier auf einen soliden Unterbau setzen: „Es ist ein großer Vorteil, dass wir hier acht bis zehn aktive junge Leute haben.“

Keils Ziel für den Wahlabend? „Der Fokus liegt darauf, Johannes Schraps in den Bundestag zu bekommen.“ Und Kanzlerkandidat Martin Schulz? „Eine Wechselstimmung im Land kann ich leider nicht erkennen.“

Auch die CDU hält sich momentan noch zurück beim Plakatieren: „Für uns hat es sich bewährt, maximal vier Wochen vor dem Wahltermin anzufangen“, sagt Vorstandsmitglied Thomas Konior. Wer zu früh anfange, riskiere nicht nur, den Wähler irgendwann zu nerven – sondern auch, verblichene oder kaputte Wahlplakate öfter austauschen zu müssen.

Insgesamt sei der Wahlkampf der CDU in Sachen Bundestag „klassisch“: Im Mittelpunkt stehe der heimische Abgeordnete Michael Vietz, der mit Plakaten, Flyern, Internetwerbung sowie Ständen und Aktionen wieder in den Bundestag gebracht werden soll. Das Rennen ums Kanzleramt sieht Konior entspannt: Momentan führe rechnerisch keine Koalition „an der CDU vorbei – die Frage ist, mit welchem Partner“.

FDP und Grüne haben im Münderaner Wahlkampf eine Gemeinsamkeit: Beide wollen sich bei der Söltjermeile kurz vor der Wahl präsentieren. „Das ist für uns auch eine Wirtschaftsförderung“, sagt Grünen-Chef Helmut Burdorf, der die Standmiete als Unterstützung der neuen Veranstaltung wertet. Für die Grünen ist der Wahlkampf eine Herausforderung – die Mitgliederzahl im Stadtverband ist gerade so zweistellig: „Zum Glück haben wir eine Reihe Sympathisanten, die uns zusätzlich helfen“, sagt Burdorf.

Der FDP-Vorsitzende Thomas Grahl will nicht nur dabei helfen, die eigene Partei zurück in den Bundestag zu hieven. Es gehe auch darum, den heimischen Kandidaten Klaus-Peter Wennemann trotz dessen „unglücklichen Listenplatzes“ zu unterstützen: „Er zieht das durch.“ Eine Zweitstimmenkampagne in Bad Münder – etwa zugunsten der CDU – schließt Grahl aus: „Wir wollen alle überzeugen.“

Acht Namen stehen auf der Liste der Wahlvorschläge, die der Wahlausschuss in Hameln heute auf den Tisch bekommt: Neben den Bundestagsabgeordneten Michael Vietz (CDU) und Jutta Krellmann (Linke) wollen auch Johannes Schraps (SPD), Ute Michel (Grüne), Klaus-Peter Wennemann (FDP), Armin Paul Hampel (AfD) sowie Hermann Gebauer aus Bad Münder (Piraten) und Christopher Maaß (Die Partei) Stimmen sammeln.

Am 13. August erstellt die Stadt das Wählerverzeichnis: Darin stehen dann die Wahlberechtigten – Deutsche, die in Bad Münder gemeldet und mindestens 18 Jahre alt sind. Ab dem 21. August sollen die Benachrichtigungen rausgehen – spätestens bis 3. September. Wer keine erhalten hat, aber meint, wahlberechtigt zu sein, sollte sich dann an die Stadt wenden. Dort ist der Wahlbeauftragte Tobias Pischel auch mit der Suche nach Wahlhelfern beschäftigt: 176 werden benötigt, 150 stünden fest: „Wir sind gut im Rennen.“

Wenn Sie kurz vor der Bundestagswahl noch nicht wissen, bei welchem der heimischen Kandidaten Sie am 24. September tatsächlich das Kreuzchen machen sollen, dann hätten wir was für Sie: das große Wahlforum der Neuen Deister-Zeitung.

Am Donnerstag, 14. September, sollen sich die Politiker dort den Fragen der Bürger und von NDZ-Redaktionsleiter Christian Zett stellen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaals – der Eintritt ist frei.

Eingeladen sind an diesem Abend die Kandidaten der Parteien, die eine realistische Chance auf Einzug in den Bundestag haben: CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD.



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