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Wahlkampf auf der Zielgeraden

Bad Münder/Hameln. Der Ton wird schärfer, die Empfindlichkeiten größer: In der letzten Woche des Wahlkampfes rutscht die Betonung doch noch auf die zweite Silbe. SPD-Landratskandidat Tjark Bartels präsentiert ein Unterstützerbündnis von Piraten, Linken und den Grünen und wird dafür von CDU-Kandidat Uwe Schünemann kritisiert, Schünemann erhält Unterstützung von heimischen Unternehmern – ein Umstand, auf den Bartels reagiert.

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Im Kern geht es bei der Stichwahl, der sich Bartels und Schünemann nach mehrmonatigem Wahlkampf am kommenden Sonntag, 6. Oktober, stellen, nur um einen Umstand: Gewinner und neuer Landrat ist der Kandidat, der die meisten gültigen Stimmen erhält. Die Zahl der Stimmen ist dabei unerheblich, sie kann auch unter dem Ergebnis der ersten Wahl liegen – aber beide Kandidaten arbeiten dafür, sich als Sieger feiern lassen zu können. Und vor diesem Hintergrund wird auch das Agieren der Kontrahenten aufmerksam verfolgt. Für Schünemann und seine Unterstützer ist es die Plakataktion seines Mitbewerbers, die Reaktionen hervorruft: „Sich mit einem Plakat zu schmücken, wo Rote und auch Piraten dabei sind, ist schon ein schwieriges Signal – insbesondere, wenn man Wirtschaftswachstum haben will“, sagt der Christdemokrat. Entsprechend sei es nicht verwunderlich, dass die Wirtschaft reagiert habe.

Schünemann sieht es im Wahlkampf einer Stichwahl als besonders wichtig, „klare Botschaften“ auszusenden. Die klare Botschaft, die er bei Bartels sieht: „Er möchte Landrat eines rot-roten Bündnisses sein. Für mich sind Wachstum, Arbeitsplätze und Innovation die entscheidenden Faktoren.“

„Jeder trommelt wie er kann“, sagt der SPD-Mann Bartels – aber auch, dass Schünemanns Einschätzung „völliger Unsinn“ sei. Schon vor Wochen habe sich die Linke dafür ausgesprochen, ihn zu unterstützen – wie sie auch bei der vergangenen Landratswahl Rüdiger Butte unterstützt habe. Und bei den Wahlkampfhelfern Schünemanns von „die Wirtschaft“ zu sprechen, hält er für gewagt. „Vier Unternehmer, die ihrem Parteifreund zur Seite springen. Es wäre komisch, wenn sie es nicht tun würden.“ Eine Spitze kann sich Bartels dennoch nicht verkneifen: „Ich bin der einzige der Kandidaten, der selbst als Unternehmer tätig war.“

Schünemann kündigt an, in den verbleibenden Wahlkampf-Tagen noch einmal „alles zu mobilisieren“. „Ich werde bei den Bürgern sein, werde Hausbesuche machen, wir haben eine Großveranstaltung. Ich werde versuchen, meine Botschaften, mein Programm weiter an die Bürger zu bringen.“ Heute unterstützen ihn Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Bartels hatte bereits am Sonntag mit prominenten Unterstützern vorgelegt: Bei einer Veranstaltung in Hameln warben SPD-Vertreter wie Doris Schröder-Köpf, Hauke Jagau und Stefan Schostok – Stichwahl-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Hannover – für ihn.

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