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Ernst Führing (CDU): „Die SPD hat ihren Kandidaten um den Erfolg gebracht“

Wahlausgang sorgt weiter für Aufsehen

Samtgemeinde Niedernwöhren (vin). Nach der Wahl des neuen Samtgemeindebürgermeisters ist der Wahlausgang in Niedernwöhren noch lange nicht vom Tisch. Diskussionen über den deutlichen Wahlsieg von Marc Busse werden von Diskussionen über den Zustand der SPD in der Samtgemeinde abgelöst.

„Die SPD ist augenscheinlich sehr zerrüttet“, bringt Friedrich Eickmann von den Grünen seine Sicht auf den Punkt. „Gerd Wischhöfer hat seine Fraktion nicht im Griff.“

Er spielt damit auf das Wahlergebnis von Gerd Wischhöfer an (29,7 Prozent), der als SPD-Kandidat angetreten ist. Walter Hartmann war auf dem Papier zwar parteilos, aber nur, weil er nach Jahrzehnten aus der SPD ausgetreten ist, um zu kandidieren. Hartmann hatte es auf 21,4 Prozent gebracht.

Dadurch hätten sich die SPD-Stimmen auf zwei Leute verteilt – Wischhöfer auf der einen, Hartmann auf der anderen Seite, meint der Grünen-Politiker.

„Die SPD hat ihren Kandidaten selbst um den Erfolg gebracht“, ist sich Ernst Führing (CDU) sicher. Ihm sei klar gewesen, dass Marc Busse die Wahl gewinnt, als offiziell wurde, dass Wischhöfer und Hartmann kandidieren. Die Sozialdemokraten haben nach Ansicht Führings ihren Kandidaten nicht unterstützt. „Die SPD hat sich damit keinen Gefallen getan.“

Dass sich die zwei Kandidaten gegenseitig Stimmen weggenommen haben könnten, räumt auch Thomas Bachmann (SPD) ein. „Zum Teil kann das so gewesen sein. Aber das wird die Wahl nicht massiv beeinflusst haben“, sagt der Ratsherr. Wischhöfer und Hartmann hätten unterschiedliche Voraussetzungen. Auch danach hätten die Bürger gewählt.

Trotz aller Enttäuschung aufseiten der Sozialdemokraten blickt Bachmann optimistisch in die frisch angebrochene Amtszeit von Marc Busse: „Ich denke, er wird die Arbeit genauso gut machen.“

Für weiteren Zündstoff bei den Niedernwöhrener Sozialdemokraten sorgte eine Anzeige von Erika Hoppe-Deter. Das SPD-Mitglied aus der Samtgemeinde hatte in der Freitagsausgabe der Schaumburger Nachrichten auf der ersten Seite eine Anzeige geschaltet, in der es dafür wirbt, die Stimme Walter Hartmann zu geben.

„Ich wähle Walter Hartmann, weil ich weiß, dass er ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann ist und sich darüber hinaus politisch für die Belange der Senioren und des Anrufbusses einsetzen wird“, stand in der Anzeige. Das kam besonders beim SPD-Kandidaten Gerd Wischhöfer nicht gut an. „Das war ja wohl nicht zielführend“, kritisierte der Pollhäger im Gespräch mit den SN.

Mit dieser Reaktion habe Erika Hoppe-Deter jedoch gerechnet. „Ich habe lediglich dargestellt, dass ich von Walter Hartmann als Fachmann überzeugt bin“, sagt die Sozialdemokratin auf Anfrage. „Gerd Wischhöfer ist bei der Sparkasse angestellt und kann sich mit Walter Hartmann nicht gleichstellen.“

Sie könne sich denken, dass dem Pollhäger ihre Anzeige „nicht gepasst“ habe, „aber das ist meine persönliche Meinung – wir leben in einer Demokratie, in der jeder seine Meinung auch äußern kann“.

Darüber, ob und wie viele Stimmen sich Gerd Wischhöfer (SPD) und Walter Hartmann (parteilos) bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Niedernwöhren gegenseitig weggenommen haben, diskutieren in den Tagen nach der Wahl Politiker und Bürger.

Fotos und Montage: rg




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