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Vandalismus auf dem Lindhorster Schulhof / Attraktionen für Jugend nötig / Drei Tatverdächtige

Wagen wird „abgebaut“

Lindhorst (gus). Es ist ein kurzes Gastspiel gewesen: Der gespendete Bauwagen soll vom Lindhorster Schulhof bereits wieder verschwinden. Der Grund ist wiederholter Vandalismus.

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Eigentlich sollten der Sanitätsdienst der Haupt- und Realschule und die Streitschlichter der Grundschule den Bauwagen als „Zentrale“ auf dem Pausenhof nutzen. Es handelte sich um eine Spende der Bürgerinitiative „Wir für soziale Gerechtigkeit“, die die Schulen gern annahmen. Doch nach drei Fällen von Zerstörungswut, die an dem Wagen ausgelassen wurden, war Schluss.

Sowohl „Wir“-Sprecher Matthias Hinse als auch Schulleiterin Ulrike Rehn sind enttäuscht. Nach Worten Hinses ist der Wagen zeitweise länger in Reparatur gewesen, als er nutzbar war. Es habe keinen Sinn, gegen diese augenscheinlich zielgerichtete Form des Vandalismus anzuarbeiten, schon gar nicht ehrenamtlich.

Es gibt auch bereits einen konkreten Verdacht, wer der oder die Übeltäter sind. Der Landkreis Schaumburg als Schulträger hat Anzeige erstattet. Nach Auskunft der Polizei haben die Ermittler nach Zeugenaussagen drei Tatverdächtige im Visier: zwei aktuelle und einen ehemaligen Schüler der Magister-Nothold-Schule.

Auch im Rathaus ist die Serie von Vandalismus-Fällen mit Sorge aufgenommen worden. Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther ist ebenso verärgert wie Rehn und Hinse. Er verweist aber darauf, dass es sich nicht um einen generellen Anstieg von Zerstörungsakten in Lindhorst handelt. Unter anderem sei ihm dies in Gesprächen mit der Polizei bestätigt worden.

Vor wenigen Jahren war es in der Samtgemeinde mehrfach zu Verschandelungen von öffentlichem und privatem Eigentum gekommen. Seinerzeit handelte es sich aber um Graffiti. Die Fälle sind aufgeklärt, und es gab bisher kein Wiederaufkeimen.

Die Angelegenheit des Bauwagens erneuert allerdings den Ruf nach mehr Attraktionen für Jugendliche in Lindhorst. Direktorin Rehn sieht darin ein Grundproblem. Wenn Jugendliche nichts mit ihrer Freizeit anzufangen wüssten, sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie ihre überschüssige Energie an fremdem Eigentum auslassen.

Ein Jugendzentrum wäre eine Lösung, zumal es bereits einmal eine Diskussion um eine solche Einrichtung in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Grundschulkomplexes gegeben hat. Dort, so Rehn, stellte sich gleichzeitig eine Art Überwachungsmechanismus ein, wenn mehr Betrieb nach der Unterrichtszeit herrschte.

Der Landkreis hatte allerdings mit Blick auf möglichen perspektivischen Raumbedarf der Schule eine Art Veto eingelegt. Auch Hinse befürwortet seit Jahren die Schaffung eines Jugendzentrums. Die Bauwagen-Pleite ist sozusagen Wasser auf diese Mühle.



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