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Wirtschaftsvereinigung muss sich neu ordnen / Ex-Chef Nehmann fordert mehr Getour-Engagement

Vorstandsvize Schröder will notfalls einspringen

Bad Münder (mf). Nach der Rücktrittsankündigung von Petra Witte hat in der Wirtschaftsvereinigung (WV) die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Vize-Vorsitzender Thomas Schröder signalisierte auf Anfrage seine Bereitschaft, zumindest übergangsweise die Geschäfte zu führen.


Um größeren Schaden vom Verein abzuwenden, sei er bereit als Interimsvorsitzender einzuspringen, falls sich sonst niemand finde. Ob er auch für ein längerfristiges Engagement zur Verfügung stehe, ließ der Rechtsanwalt und Notar offen. „Einerseits ist mir die Wirtschaftsvereinigung sehr ans Herz gewachsen, andererseits hindert mich meine berufliche Belastung.“

Schröder sprach sich gleichzeitig dafür aus, die Arbeit künftig auf mehr Schultern zu verteilen. Er könne sich vorstellen, die vor gut zwei Jahren schon einmal angedachte, aber nicht realisierte Idee einer Führungstroika aufleben zu lassen.

Das Modell mit drei gleichberechtigten Vorsitzenden sei damals an Petra Witte gescheitert, die dazu nicht bereit gewesen sei, erinnert sich ihr Amtsvorgänger Peter Nehmann. Er selbst plädiere weiterhin für eine stärkere Aufgabenteilung innerhalb der Wirtschaftsvereinigung. Darüber hinaus halte er es für geboten, dass die anderen am Stadtmarketingprozess Beteiligten sich künftig stärker einbringen und die Wirtschaftsvereinigung entlasten.

Bei touristischen Aktivitäten sieht Nehmann nach eigenen Worten vor allem die GeTour in der Pflicht, „die dafür mehr als alle anderen finanziell und personell ausgestattet ist“. Nehmann ist überzeugt: „Anders als die Wirtschaftsschau sind Veranstaltungen wie das Söltjerfest eigentlich nicht Sache der Wirtschaftsvereinigung.“

Auch beim Ausrichten der Wirtschaftsschau brauche der Verein aber künftig Hilfe, glaubt Vize-Vorsitzender Schröder und bringt eine „Teilprofessionalisierung“ ins Gespräch. „Wir müssen überlegen, ob wir nicht nur für diese Messe jemanden einstellen, der uns bei der organisatorischen Abwicklung hilft.“

Nehmann geht sogar noch einen Schritt weiter und plädiert für eine Art Stadtmanager wie in Springe. Die Kosten könnten sich Kommune und Wirtschaft teilen, etwa indem die Stadt für das Gehalt aufkommt, während die Kaufmannschaft Sachmittel wie Büroräume bereitstellt.

Nehmann und Schröder sind sich einig: Die Wirtschaftsvereinigung hat in den vergangenen Jahren viel erreicht und darf nicht den Bach runter gehen. Beide bescheinigen Witte, gute Arbeit geleistet zu haben. „Ich kann ihren Frust verstehen. Sie ist vorweg gegangen, aber es ist ihr nicht gelungen, gerade die Einzelhändler, die am meisten profitieren, zur Mitarbeit zu motivieren“, analysiert Nehmann, der selbst sechs Jahre an der Spitze der WV stand. Er selbst schließe für sich eine Rückkehr aus. „Doch wenn jetzt nicht neue Wege beschritten werden, ist der Verein ein Auslaufmodell.“



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