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Tierärzte geben Tipps für Silvesternacht: Hund und Katze vor Lärm und optischen Reizen schützen

Vorsorgen – damit bei Flynn keine Panik entsteht

Bad Münder (lil). Während viele Münderaner ihren Spaß daran haben, an Silvester Raketen zu zünden, lösen die Feuerwerke bei Tieren Panik aus. Die NDZ hat bei Tierärzten nachgefragt, was man tun kann, um seinem Vierbeiner einen möglichst angenehmen Jahreswechsel zu ermöglichen.

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„Wichtig ist, dass der Tierhalter versucht, den Tag normal zu verbringen“, empfiehlt Dr. Ulrike Herm-Meyer. „Tiere haben einen ganz anderen Geruchssinn, sie merken an unserem Schweiß – der hat etwa bei Stress eine andere Zusammensetzung – dass etwas nicht stimmt.“ Von Medikamenten rät sie ab. „Beruhigungsmittel machen das Tier in seinem Verhalten noch unsicherer. Die Situation wird also noch schlimmer.“ Eine Alternative sind künstliche Pheromone. „Übersetzten kann man diese als ‚Wohlfühlhormone‘“, so Herm-Meyer. Diese werden mithilfe eines Verdampfers über die Steckdose im Wohnraum verteilt. Der Mensch kann sie nicht wahrnehmen. „Allerdings muss man damit frühzeitig anfangen, nicht erst an Silvester.“

Dr. Annette Kloene aus Eimbeckhausen weiß: „Signalisiert der Hundebesitzer Unsicherheit, überträgt sich diese auf den Vierbeiner.“ Die Tierärztin rät: „Man sollte den Hund zur Ruhe ermahnen.“ Streichelt man ihn, wird er in seinem Verhalten positiv bestärkt. „Zittern ist ein natürliches Schutzverhalten“, sagt Kloene. „In der Natur kommt auch keiner zu Hilfe. Das muss der Wolf dann aussitzen.“

Auf keinen Fall sollte man sein Tier zu einer Feier mitnehmen, wo laute Musik gespielt wird, so Dr. Anja Rocksin. „Wichtig ist eine ruhige Umgebung. Den Fernseher kann man in moderater Lautstärke laufen lassen, das kann für das Tier ein beruhigendes Hintergrundgeräusch sein.“ Ratsam ist auch, die Jalousien herunterzulassen. „Katzen sollten im Haus gelassen werden, die Katzenklappe geschlossen bleiben.“ Auch etwa Kaninchen, die im Stall leben, würde die Tierärztin an Silvester wenigstens für ein paar Stunden hereinholen. „Vogelkäfige sollte man abdecken, damit die Tiere vor optischen Reizen geschützt sind.“ Was viele Hundebesitzer außer Acht lassen: „Kurz vor und nach Silvester sollte man Hund unbedingt an der Leine lassen“, ist sich Rocksin sicher. „Liegen gebliebene Böller können dann noch hochgehen. Gerade junge Hunde erschrecken sich und laufen weg.“

Für den sieben Monate alten Rhodesian Ridgeback Flynn ist es das erste Silvester. „Ich bleibe mit ihm zu Hause“, sagt sein Frauchen Katrin Vogelsang aus Bad Münder. „Ich denke schon, dass er auf den Lärm reagieren wird. Ich werde ihn ordentlich ablenken mit Spielen und Leckerlis.“



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